Becherpflanze übertrifft Mais: Öko-Energie mit weniger Nitrat und mehr Trockenresistenz

Viele Maisfelder - Aber eine andere Pflanze könnte Vorteile haben - Becherpflanze übertrifft Mais: Öko-Energie mit weniger Nitrat und mehr Trockenresistenz
Die mehrjährige Staudenpflanze Becherpflanze könnte Landwirten eine umweltfreundlichere Alternative zu Mais für die Energieerzeugung bieten. Forschungen der Universität Bayreuth zeigen, dass sie nicht nur unter trockenen Bedingungen gedeiht, sondern auch die Nitratbelastung deutlich reduziert. Dennoch wird die imposante Pflanze derzeit nur auf einem Bruchteil der bayerischen Ackerflächen angebaut.
In mehreren Punkten übertrifft die Becherpflanze den Mais. Ihre tiefen Wurzeln erschließen Wasser und Nährstoffe aus großen Tiefen, was sie deutlich trockenheitsresistenter macht. Im Gegensatz zu Mais muss sie nicht jährlich neu gepflanzt werden, wodurch sie im Herbst und Winter die Bodenerosion verringert. Langfristig fördert ihr Wurzelsystem zudem die Bodenfruchtbarkeit, indem es nützliche Mikroorganismen anregt.
Versuche im Freiland ergaben eine drastische Verringerung der Nitratauswaschung. Im dritten und vierten Testjahr sank die Grundwasserverschmutzung im Vergleich zu Maisfeldern um bis zu 99 Prozent. Da die Pflanze Stickstoff besonders effizient aufnimmt, gelangt weniger Dünger in Flüsse und Grundwasser. Dennoch bleibt die Verbreitung gering: In Bayern werden derzeit nur 2.647 Hektar mit Becherpflanzen bewirtschaftet – weniger als ein Prozent der Flächen, die für Maissilage genutzt werden. Landwirte müssen zudem abwägen, ob die Vorteile mögliche Risiken überwiegen, denn einige Studien deuten darauf hin, dass sich die Art bei unkontrolliertem Anbau ungebremst ausbreiten könnte.
Dank ihrer Robustheit und ökologischen Vorteile ist die Becherpflanze ein vielversprechender Kandidat für nachhaltige Bioenergie. Ihre Fähigkeit, höher als Mais zu wachsen, Düngerverluste zu minimieren und Trockenperioden zu überstehen, könnte besonders für Landwirte attraktiv sein, die mit den Folgen des Klimawandels kämpfen. Eine flächendeckende Einführung wird jedoch davon abhängen, diese Vorteile mit einer sorgfältigen Beobachtung der langfristigen Auswirkungen auf Ökosysteme in Einklang zu bringen.

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