Streit um Klimaziele: Warum Deutschland bei Autoemissionen hinterherhinkt

Admin User
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Ein Auto mit unten bearbeiteten Textzitaten.

Streit um Klimaziele: Warum Deutschland bei Autoemissionen hinterherhinkt

Deutschlands Umgang mit der Reduzierung von Autoemissionen bleibt umstritten, nachdem Bundeskanzler Olaf Scholz Forderungen nach einer Quote für Elektrofahrzeuge zurückgewiesen hat. Die Debatte entzündet sich an einer öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag aus dem Jahr 2018, in der es um den Vorschlag der Europäischen Kommission ging, die Emissionen von Pkw bis 2025 und 2030 drastisch zu senken. Da der Verkehrssektor mittlerweile der größte Emittent des Landes ist, wächst der Druck auf strengere Maßnahmen.

Im Juni 2018 prüften Abgeordnete den Plan der EU-Kommission, die Autoemissionen bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren – bezogen auf die Werte von 2021. Das deutsche Umweltministerium forderte jedoch noch ambitioniertere Ziele: eine Senkung um 25 Prozent bis 2025 und um 50 Prozent bis 2030. Beamte argumentierten, die Automobilindustrie müsse eine größere Rolle bei der Erfüllung der Klimaziele übernehmen, zumal die Emissionen im Verkehrssektor in den beiden Vorjahren angestiegen waren.

Der Verkehrssektor verursachte 2016 insgesamt 166,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente – fast ein Fünftel der gesamten deutschen Emissionen von 909,4 Millionen Tonnen in diesem Jahr. Trotz der weltweiten Nachfrage nach Elektroautos zögern die heimischen Bahn, die über 800.000 Menschen beschäftigt und 2015 einen Umsatz von 400 Milliarden Euro erzielte, mit der Umstellung. Die Branche, die über 800.000 Menschen beschäftigt und 2015 einen Umsatz von 400 Milliarden Euro erzielte, steht in der Kritik, bei der Modernisierung hinterherzuhinken. Der ehemalige Verkehrsminister Andreas Scheuer lehnte 2021 strengere CO₂-Vorgaben ab und setzte sich sogar für den Verkauf neuer Verbrenner nach 2035 ein. Der frühere Wirtschaftsminister Peter Altmaier hingegen, der sich nicht direkt zu Emissionsstandards äußerte, lobte Teslas deutsche Gigafactory als Schritt hin zu grünerer Mobilität. Diese gegensätzlichen Positionen verdeutlichen die anhaltenden Spannungen zwischen industriellen Interessen und Klimazielen.

Mit der Ablehnung einer E-Auto-Quote durch den Kanzler gerät Deutschland in Konflikt mit den EU-Klimazielen. Ohne verschärfte Maßnahmen könnten die steigenden Emissionen des Verkehrssektors die gesamten Klimabemühungen untergraben. Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob die Automobilhersteller ihren Wandel hin zu saubereren Technologien beschleunigen.