Radtke attackiert Söder: „Arbeitsmarktpolitik verrät soziale Grundlagen“

Radtke attackiert Söder: „Arbeitsmarktpolitik verrät soziale Grundlagen“
Dennis Radtke, Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), hat die Haltung von Markus Söder in der Arbeitsmarktpolitik scharf kritisiert. Der bayerische Ministerpräsident betrachte Arbeit ausschließlich aus der Perspektive der Arbeitgeber, warf ihm Radtke vor. Zudem wies er die Behauptung, die Deutschen seien faul, als "Vorurteil" zurück.
Radtke betonte, dass Deutschlands Produktivität trotz weit verbreiteter Teilzeitarbeit nach wie vor zu den höchsten weltweit gehöre. Er machte deutlich, dass eine Vollzeitstelle für viele Eltern – insbesondere Mütter – mit dem Familienleben oft unvereinbar sei, was zu einer Zunahme reduzierter Arbeitszeiten führe.
Obwohl er grundsätzlich für flexible Arbeitszeitmodelle plädiert, warnte Radtke vor einer weiteren Belastung der Beschäftigten. Söders Ansatz bezeichnete er als "Verrat an der sozialen Grundlage unserer Wirtschaft". Der CDA-Chef unterstrich, dass eine ausbalancierte Politik sowohl die Bedürfnisse der Arbeitnehmer als auch die Anforderungen der Wirtschaft berücksichtigen müsse.
Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Flexibilität und sozialer Verantwortung auf. Radtkes Äußerungen deuten auf die Notwendigkeit hin, Politiken zu entwickeln, die sowohl die Produktivität als auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben fördern. Seine Kritik setzt Söder unter Druck, seine Vorschläge für den Arbeitsmarkt zu überdenken.
