Milchpreise stürzen ab – nur Bio-Bauern bleiben stabil

Admin User
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Eine Milchflasche ist zu sehen.

Milchpreise stürzen ab – nur Bio-Bauern bleiben stabil

Milchbauern sehen sich mit drastischen Preiseinbrüchen konfrontiert, während sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern. Die Spotmarktpreise für frei gehandelte Milch sind auf unter 20 Cent pro Kilogramm gefallen – der niedrigste Stand seit Jahren. Der Rückgang folgt auf eine schwächere Nachfrage nach Grundprodukten wie Butter und Magermilchpulver.

Im Januar 2026 setzte FrieslandCampina den Milchpreis auf 39,50 Cent pro Kilogramm fest – den niedrigsten Wert seit 2021. Das bedeutet einen steilen Fall gegenüber 56 Cent pro Kilogramm noch ein Jahr zuvor. Allein seit September 2025 ist der Preis um 16,25 Cent gesunken, ein Minus von fast 30 Prozent.

Im November lag der Wert für Rohmilch bei 35,7 Cent pro Kilogramm, basierend auf den durchschnittlichen Marktpreisen für Butter und Magermilchpulver. Gleichzeitig sind die Verbraucherpreise für deutsche Markenbutter eingebrochen: Eine 250-Gramm-Packung kostet mittlerweile nur noch 0,99 Euro – im Vergleich zu 2,39 Euro vor einem Jahr. Trotz des allgemeinen Preisverfalls bleiben die Preise für Bio-Milch stabil. FrieslandCampinas garantierter Preis für Biomilch liegt im Januar bei 68 Cent pro Kilogramm, inklusive eines Bio-Aufschlags von über 70 Prozent. Auch die Liefermengen für Biomilch sind seit August gestiegen und folgen damit dem Trend bei konventioneller Milch.

Die Milchproduktion hat insgesamt stark zugelegt: Die Anlieferungen Anfang Dezember lagen fast 7,5 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Allerdings wurde kein deutscher Milchbauer namentlich genannt, der im Rahmen der Bio-Milch-Ausschreibung von FrieslandCampina für Januar 2026 mehr als 68 Cent pro Kilogramm erhält.

Der starke Preisverfall bei Milch spiegelt die allgemeinen Schwierigkeiten der Branche wider. Mit einbrechenden Spotpreisen und sinkenden Butterkosten für Verbraucher wächst der finanzielle Druck auf die Landwirte. Bio-Erzeuger profitieren hingegen weiterhin von höheren Prämien und genießen so eine gewisse Stabilität in einem ansonsten volatilen Markt.