EU-Pläne zur Gentechnik-Kennzeichnung spalten Politik und Verbraucherschützer

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Eine Vielfalt von Lebensmitteln.

Minister hält GMO-Entscheidung der EU für falsch - EU-Pläne zur Gentechnik-Kennzeichnung spalten Politik und Verbraucherschützer

Die EU plant eine Überarbeitung ihrer Kennzeichnungsvorschriften für gentechnisch veränderte (GV) Lebensmittel, was unter Politikern und Branchenbeobachtern eine kontroverse Debatte ausgelöst hat. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hat schwere Bedenken gegen die geplanten Änderungen geäußert und warnt, dass diese die Verbraucherwahl einschränken und die Sortenvielfalt gefährden könnten. Die angestrebte Deregulierung soll zwar Züchtungsinnovationen beschleunigen, droht aber gleichzeitig bewährte Sicherheitsgrundsätze zu untergraben.

Nach den neuen Regeln müssten nur noch GV-Produkte mit erheblichen genetischen Veränderungen gekennzeichnet werden. Diese Änderung würde die Deklarationspflicht für viele gentechnisch veränderte Lebensmittel aufheben und Verbrauchern damit weniger Informationen über ihre Einkäufe lassen. Staudte argumentiert, dass der Wegfall dieser Kennzeichnung die Macht derjenigen Käufer schwächt, die GV-Produkte bewusst meiden.

Kritik an den geplanten Änderungen kommt auch von der Initiative Save Our Seeds. In einem Kommentar vom 19. Dezember 2025 nannte die Organisation Bayer-Monsanto und KWS als die Hauptprofiteure einer Lockerung der Vorschriften. Diese Konzerne bereiten sich laut Berichten darauf vor, patentierte neue gentechnische Verfahren (NGTs) in den EU-Mitgliedstaaten zu vermarkten, sobald die Reform beschlossen ist. Staudte warnt zudem, dass die Pläne die Sortenvielfalt verringern und Monopole in der Saatgutproduktion stärken könnten. Sie verweist außerdem auf das Risiko von Kreuzkontaminationen, wenn GV-Pflanzen im Freiland angebaut werden – ein Problem, das auch konventionelle und ökologische Landwirte betreffen könnte. Der Abbau bürokratischer Hürden durch die EU, so Staudte, könnte auf Kosten des Vorsorgeprinzips gehen, eines Grundpfeilers der europäischen Lebensmittelsicherheitspolitik.

Ziel der EU-Pläne zur Lockerung der GV-Kennzeichnung ist es, agrarische Innovationen zu beschleunigen. Kritiker wie Staudte befürchten jedoch, dass dadurch die Transparenz für Verbraucher leidet, die biologische Vielfalt schrumpft und Großkonzerne der Agrarbranche begünstigt werden. Sollten die Änderungen verabschiedet werden, könnten sie Europas Umgang mit gentechnisch veränderten Pflanzen nachhaltig verändern.

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