EU verschärft Cybersecurity-Strategie: Hochrisiko-Anbieter sollen aus kritischer Infrastruktur verbannt werden
EU verschärft Cybersecurity-Strategie: Hochrisiko-Anbieter sollen aus kritischer Infrastruktur verbannt werden
Die Europäische Kommission hat einen Entwurf für eine verschärfte Cybersecurity-Strategie im gesamten Bündnis vorgelegt. Das Vorhaben zielt darauf ab, Risiken in der kritischen Infrastruktur zu verringern, indem hochriskante Anbieter schrittweise aus Schlüsselsektoren ausgeschlossen werden. Beamte warnen, dass Europas Stromnetze, Krankenhäuser und Finanzsysteme zunehmend durch Cyberangriffe bedroht sind.
Die überarbeitete Cybersecurity-Verordnung würde zudem die Rolle der EU-Cybersicherheitsbehörde ENISA ausbauen. Dies geschieht zu einer Zeit, in der Cyberkriegführung zu einem zentralen Bestandteil moderner Konflikte geworden ist – oft verbunden mit Sabotage und Desinformationskampagnen.
Die Abhängigkeit Europas von digitaler Infrastruktur hat seine essenziellen Dienstleistungen verwundbar gemacht. Stromnetze, militärische Kommandosysteme und Satellitenkommunikation sind mittlerweile häufigen Cyberbedrohungen ausgesetzt. Die EU hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die Abwehr zu stärken, darunter die NIS2-Richtlinie und der bevorstehende Cyber Resilience Act, der zwischen 2024 und 2027 schrittweise eingeführt wird.
Mehrere Mitgliedstaaten haben chinesische Anbieter wie Huawei und ZTE bereits von ihren Telekommunikationsnetzen ausgeschlossen. Deutschland etwa verabschiedete Anfang 2026 das KRITIS-Dachgesetz, um sich an die EU-Vorgaben anzupassen. Unterdessen treibt Großbritannien sein eigenes Cyber Security and Resilience-Gesetz durch das Parlament.
Der Vorschlag fordert zudem, dass Europa eine eigene Cyberverteidigungsindustrie aufbaut. Fortgeschrittene Computertechnik und KI gelten als Schlüsseltechnologien für stärkere Fähigkeiten in diesem Bereich. US-Beamte, darunter der nationale Cybersicherheitsdirektor Sean Cairncross, haben eine engere Zusammenarbeit zwischen Europa und Amerika gefordert, um gemeinsame Bedrohungen zu bekämpfen.
EU-Führungskräfte argumentieren, dass sich das Bündnis die Gefahr nicht länger leisten könne, dass Gegner kritische Systeme lahmlegen. Das Ziel ist klar: Europa muss widerstandsfähiger gegen hybride Angriffe werden, die Cyberattacken mit wirtschaftlichem und physischem Druck kombinieren.
Die überarbeitete Cybersecurity-Verordnung würde die Mitgliedstaaten verpflichten, hochriskante Anbieter aus sensibler Infrastruktur zu entfernen. Falls angenommen, treten die Änderungen parallel zu bestehenden EU-Regelungen wie NIS2 und dem Cyber Resilience Act in Kraft. Der Vorstoß spiegelt einen breiteren Trend zur Eigenständigkeit in der Cyberverteidigung wider – Europa setzt auf heimische Technologien, um künftigen Bedrohungen zu begegnen.
EU verschärft Cybersecurity-Strategie: Hochrisiko-Anbieter sollen aus kritischer Infrastruktur verbannt werden
Cyberkrieg wird zur Realität – und die EU reagiert. Doch kann Europa seine kritische Infrastruktur wirklich schützen, wenn Gegner mit Sabotage und KI-gestützten Angriffen drohen? Die Antwort liegt in einer radikalen Wende.
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