Wero will PayPal herausfordern – schafft Europa die digitale Zahlungswende?
Wero will PayPal herausfordern – schafft Europa die digitale Zahlungswende?
Ein neuer europäischer Zahlungsdienst namens Wero stellt US-Anbieter wie PayPal vor Herausforderungen
Gestützt von der European Payment Initiative (EPI) soll der Dienst die Abhängigkeit von amerikanischen Plattformen verringern. Doch sein Erfolg hängt von einem schnellen Markteintritt und einem breiteren Leistungsangebot ab – über einfache Geldtransfers hinaus.
Der deutsche Zahlungsverkehr wird derzeit stark von US-Unternehmen dominiert. Allein PayPal bedient hierzulande 35 Millionen Nutzer:innen – eine Vorherrschaft, die sich im August 2023 bei einem großflächigen Ausfall zeigte, der Hunderttausende Transaktionen lahmlegte.
Wero startet mit spezifischen Voraussetzungen: Nutzer:innen benötigen ein Smartphone, und einige Apps verlangen Zugriff auf Kontakte. Nicht alle beteiligten Banken erlauben eine Registrierung per E-Mail – die meisten bestehen stattdessen auf eine Mobilfunknummer. Zwar sollen die Server des Dienstes in der EU stehen, doch bleibt unklar, wie sich ein mögliches US-Verbot ähnlicher Dienste auf Wero auswirken könnte. Der Verbraucherschützer Sascha Straub begrüßt den Schritt und fordert mehr Vielfalt im europäischen Zahlungsverkehr. Die EPI, ein Bündnis europäischer Banken, entwickelte Wero als heimische Alternative. Doch um gegen etablierte Anbieter wie PayPal bestehen zu können, muss der Dienst sein Angebot zügig ausbauen. Expert:innen weisen zudem darauf hin, dass US-Zahlungsdienste in Europa künftig als Hebel in Handelskonflikten dienen könnten – was Weros Mission, ein unabhängiges System aufzubauen, zusätzlich unter Druck setzt.
Mit Wero beginnt ein Vorstoß für europäische Souveränität im digitalen Zahlungsverkehr. Seine Verbreitung wird davon abhängen, wie schnell der Dienst wächst, welche Funktionen er bietet und ob Banken die Hürden bei der Anmeldung senken. Vorerst steht Wero vor der Herausforderung, Millionen Nutzer:innen zu überzeugen, die an US-Dienste gewöhnt sind.
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