ÖBB kämpft mit monatelangen Sperren durch Sanierungen der Deutschen Bahn

Admin User
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Ein altes Kartenbild des Basel-Strasburg-Gebietes in Deutschland, das den Verlauf der Eisenbahnlinie anzeigt.Admin User

ÖBB kämpft mit monatelangen Sperren durch Sanierungen der Deutschen Bahn

Österreichs Staatsbahn ÖBB steht vor großen Herausforderungen, da wichtige grenzüberschreitende Strecken für langfristige Sanierungsarbeiten gesperrt werden. Die Stilllegungen werden sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr beeinträchtigen und zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro verursachen. Gleichzeitig investiert das Unternehmen weiterhin massiv in die eigene Infrastruktur – aktuelle Projekte wie die Koralmbahn zeigen dabei bereits Erfolge.

Ab Februar wird die Güterstrecke von Passau in Richtung Regensburg und Nürnberg für ein ganzes Jahr gesperrt, da umfangreiche Renovierungsarbeiten anstehen. Eine weitere, wichtige Personenverkehrsverbindung – die Strecke von Freilassing bei Salzburg nach Rosenheim und München – fällt für sechs Monate aus, während Deutschland sein Schienennetz modernisiert. Diese Sperrungen zwingen die ÖBB, Züge umzuleiten, was die Betriebskosten um Hundertmillionen in die Höhe treibt.

ÖBB-Chef Andreas Matthä bezeichnet die Lage bei der Deutschen Bahn als "dramatisch" und warnt, dass die Einschränkungen den grenzüberschreitenden Verkehr stark belasten werden. Evelyn Palla, die im Oktober 2025 die Führung der Deutschen Bahn übernommen hat, leitet derzeit ein Umstrukturierungsprogramm ein, um Pünktlichkeit und Kundenservice zu verbessern. Doch selbst bei enger Zusammenarbeit der beiden Bahnunternehmen wird die Modernisierung der deutschen Infrastruktur mindestens ein Jahrzehnt in Anspruch nehmen.

Der Güterverkehr hat sich noch nicht von jahrelangen Verlusten erholt, wobei trotz Klimazielen immer mehr Waren auf die Straße verlagert werden. Die ÖBB-Tochter Rail Cargo strebt jedoch an, bis 2027 durch ihr Sanierungsprogramm "Phoenix" wieder in die Gewinnzone zu kommen. Erfreulicherweise transportiert die neu eröffnete Koralmbahn – inklusive ihres 33 Kilometer langen Tunnels – bereits rund 7.000 Fahrgäste täglich und belebt die regionale Wirtschaft.

Die Ticketpreise der ÖBB werden vorerst nur im Rahmen der allgemeinen Inflation steigen, um die Kunden nicht zusätzlich zu belasten. Das Unternehmen investiert jährlich über drei Milliarden Euro in die eigene Infrastruktur – ein Zeichen für die starke politische Unterstützung des Schienenausbaus.

Die Sperrungen werden die Belastbarkeit der ÖBB auf die Probe stellen, da Umleitungen erhebliche Mehrkosten und Verspätungen verursachen. Sollte das "Phoenix"-Programm gelingen, könnte Rail Cargo bereits 2027 wieder schwarze Zahlen schreiben. Doch die langfristige Modernisierung des deutschen Schienennetzes bleibt ein zäher Prozess, der kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen den Bahnbetreibern beider Länder erfordert.