Kassen akzeptieren zunehmend keine Zahlungen für Hubschrauberrettung
Kassen akzeptieren zunehmend keine Zahlungen für Hubschrauberrettung
Rettungshubschrauber in Deutschland geraten unter wachsenden finanziellen Druck
Die Luftrettungsdienste in Deutschland sehen sich steigenden Kosten und strenger werdenden Erstattungsrichtlinien der Krankenkassen ausgesetzt. Die gemeinnützige Organisation DRF Luftrettung, die Notfall-Rettungseinsätze mit Hubschraubern durchführt, warnt, dass das aktuelle Finanzierungssystem nicht mehr tragfähig sei. Wie der Vorstandsvorsitzende Krystian Pracz betont, nehme die Nachfrage nach Luftrettungseinsätzen zu – bedingt durch den Rückgang der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und die zunehmende Spezialisierung der Krankenhäuser.
Jeder Hubschraubereinsatz kostet zwischen 2.000 und 3.000 Euro, basierend auf einer durchschnittlichen Flugzeit von 15 bis 20 Minuten bei 125 Euro pro Minute. Trotz der hohen Ausgaben argumentiert Pracz, dass schnellere Rettungen aus der Luft oft die langfristigen Behandlungskosten für die Versicherer senkten. Eine Studie der DRF Luftrettung untermauert diese These: Demnach führen kürzere Notfallreaktionszeiten zu geringeren Folgekosten in der weiteren Behandlung.
Die Verhandlungen mit den Krankenkassen gestalten sich zunehmend schwieriger, da die Kostenträger auf strengere Ausgabekontrollen drängen. Pracz berichtet, dass Erstattungsanträge häufiger abgelehnt würden, was die finanzielle Belastung für die Luftrettungsdienste weiter verschärfe. Zudem wird das aktuelle Finanzierungsmodell als übermäßig kompliziert kritisiert – mit der Folge, dass Organisationen wie die DRF Luftrettung kaum noch stabile Einnahmen sichern können. Um die Effizienz zu steigern, entwickelt die Organisation neue Technologien. Ein aktuell getestetes System überträgt etwa Vitaldaten und Erstdiagnosen der Patienten direkt in die Notaufnahmen, sodass Krankenhäuser sich besser auf die Ankunft vorbereiten können.
Da die medizinische Versorgung auf dem Land weiter abnimmt und sich Kliniken immer stärker spezialisieren, wird die Nachfrage nach Rettungshubschraubern voraussichtlich weiter steigen. Während die Krankenkassen höhere Kosten ablehnen, müssen die Luftrettungsdienste Wege finden, wirtschaftlicher zu arbeiten – ohne dabei die lebensrettenden Einsatzzeiten zu gefährden. Die DRF Luftrettung setzt weiterhin auf technologische Lösungen, um den Spagat zwischen finanziellen Zwängen und patientengerechter Versorgung zu meistern.
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