Güterverkehr am Limit: Bahnbetreiber fordern radikale Reformen bei der Deutschen Bahn
Güterverkehr am Limit: Bahnbetreiber fordern radikale Reformen bei der Deutschen Bahn
Private Bahnbetreiber und Güterverkehrsverbände fordern grundlegende Reformen im deutschen Schienenausbau
Noch vor einer Woche hatten keine Eisenbahnunternehmen offizielle Forderungen nach einer besseren Planung vorgelegt – trotz wachsender Verärgerung über die anhaltenden Störungen. Doch nun mehren sich die Rufe nach schnellem Handeln, da Verspätungen und Streckensperrungen immer mehr Güter auf die Straße statt auf die Schiene zwingen.
Der Bundesverband Güterverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) warnt, dass schlecht koordinierte Bauprojekte der DB InfraGO die Kosten in die Höhe treiben und Umleitungen erzwingen. Mit über 1.100 Kilometern wichtiger Strecken, die 2026 komplett gesperrt werden sollen, sei das aktuelle System nicht mehr tragbar, so die Betreiber.
Die Leistung im Schienengüterverkehr ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Während 2022 noch 150 Milliarden Tonnenkilometer transportiert wurden, sank die Menge bis 2024 auf 134 Milliarden. Peter Westenberger, Geschäftsführer des BGL, macht dafür vor allem ausgefallene oder umgeleitete Züge verantwortlich, die den Schienentransport für viele Unternehmen unwirtschaftlich machen.
Auch die baubedingten Kosten sind 2024 auf ein Rekordhoch gestiegen und fressen mittlerweile rund vier Prozent der Gesamteinnahmen der Bahnbetreiber auf. Private Unternehmen wie die Westbahn oder die Bayerische Regiobahn klagen über unvorhersehbare Sperrungen und Zusatzgebühren, die ihre Betriebe belasten. Sie fordern längere Vorlaufzeiten, klarere Kommunikation und verlässliche Planung, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.
Doch die Forderungen des Verbandes gehen noch weiter: Er verlangt besseren Schutz für Unternehmen, die von Bauverzögerungen betroffen sind, eine strengere Koordination der Projekte und ein Ende der Praxis, zusätzliche Kosten auf die Betreiber abzuwälzen. Ohne Reformen, so die Warnung, werde sich der Trend zur Verlagerung von Gütern von der Schiene auf die Straße verstärken – zum Nachteil für Klimaziele und die Entlastung des Straßenverkehrs.
Allein 2026 sollen mehr als 1.100 Kilometer stark frequentierter Strecken vorübergehend gesperrt werden. Der BGL betont, dass ohne dringende Reformen die Situation eskalieren und immer mehr Unternehmen den Schienentransport ganz aufgeben könnten.
Der Druck auf die DB InfraGO wächst nun, ihr Baumanagement grundlegend zu reformieren. Die Betreiber verlangen konkrete Maßnahmen, um Störungen zu verringern, Kosten zu senken und den weiteren Rückgang im Schienengüterverkehr zu stoppen. Geschieht nichts, könnte die Verlagerung von Zügen auf Lkw noch schneller voranschreiten – mit negativen Folgen für Staus und Umwelt.
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