Fracking in Reichling: Proteste zwingen die Regierung zum Handeln – doch der Streit geht weiter

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Eine Gruppe maskierter Personen mit einem Banner, auf dem "Wir haben genug von fossilen Brennstoffen, kämpft gegen den extraktiven Kapitalismus" steht, vor einer Wand mit Glastüren und Deckenleuchten.Admin User

Fracking in Reichling: Proteste zwingen die Regierung zum Handeln – doch der Streit geht weiter

Die Debatte über die Fracking-Gasförderung in Reichling, Oberbayern, hat sich seit 2023 weiter zugespitzt. Pläne von ExxonMobil, mit Probebohrungen zu beginnen, lösten Proteste, Petitionen und rechtliche Klagen lokaler Gruppen aus. Die bayerische Landesregierung reagierte mit einem Bohrmoratorium, das nun bis 2025 verlängert wurde – während der Widerstand weiter wächst.

Anwohner:innen und Umweltschützer:innen äußern seit Langem Bedenken gegen das Vorhaben. Initiativen wie Reichling bleibt frei von Fracking, der BUND und Fridays for Future sammelten bis 2024 über 10.000 Unterschriften gegen die Bohrungen. Ihre Proteste führten zum vorübergehenden Stopp, während Politiker:innen und Aktivist:innen stattdessen auf den Ausbau erneuerbarer Energien drängen.

Anfang 2024 besuchten die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge und die Landtagsabgeordnete Christiane Feichtmeier (beide SPD) die Bohrstelle, um sich die Sorgen der Bevölkerung anzuhören. Ute Steininger, Sprecherin der Bürgerinitiative Reichling-Ludenhausen, trug ihre Einwände direkt vor. Feichtmeier betonte, wie wichtig es sei, die lokalen Bedenken in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Albert Thurner, SPD-Bürgermeister von Vilgertshofen, meldete sich mit Kritik zur finanziellen Gerechtigkeit zu Wort. Er warf dem Kreistag Landsberg vor, in seinem jüngsten Beschluss keine Förderabgabe vorgesehen zu haben. Thurner argumentierte, dass der Staat ohne eine solche Abgabe – die bis zu 22 Prozent betragen könnte – das Gas praktisch verschenke. Gleichzeitig warnte er, dass eine Abgabe das gesamte Projekt unrentabel machen und weitere Bohrungen unattraktiv werden lassen könnte.

Vor Ort traf Thurner auf die Umweltaktivist:innen Saskia Reinbeck (Greenpeace), Florian Kaiser (NABU) und den Klimakampagnen Chris Baier. Gemeinsam mit SPD-Politiker:innen diskutierten sie Alternativen wie den Ausbau von Solar- und Windenergie, Effizienzsteigerungen und Investitionen in Wasserstoffinfrastruktur. Wegge unterstützte die Forderung nach Priorität für Erneuerbare, bestand aber darauf, dass – falls die Gasförderung doch voranschreite – eine Abgabe erhoben werden müsse.

Das Bohrmoratorium bleibt zwar vorerst bestehen, doch die Spannungen zwischen Energiebedarf und lokalem Widerstand halten an. Politiker:innen und Aktivist:innen treiben weiterhin Lösungen für erneuerbare Energien voran, während finanzielle Instrumente wie eine Förderabgabe über die Zukunft des Projekts entscheiden könnten. Das Ergebnis wird von weiteren Verhandlungen zwischen Land, Unternehmen und Bürgerschaft abhängen.

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