Deutschland startet Batterie-Comeback – doch die Zeit drängt gewaltig

Admin User
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Zwei schwarze Bosch-Batterien mit dem Bosch-Logo und der fett gedruckten Aufschrift "Bosch", die auf einer weißen Marmorplatte stehen.Admin User

Deutschland startet Batterie-Comeback – doch die Zeit drängt gewaltig

Deutschland will seine Batterieforschung nach zwei Jahren Stillstand wiederbeleben. Die Bundesregierung hat nun die Finanzierung von Projekten bis Ende 2026 gesichert, um im globalen Wettbewerb aufzuholen. Experten warnen, dass das Land ohne schnelles Handeln seinen letzten Stand in diesem entscheidenden Technologiebereich vollständig verlieren könnte.

Über ein Jahrzehnt lang investierte Deutschland in den Aufbau von Forschungsinfrastrukturen und Fachwissen im Batteriesektor. Doch in den vergangenen zwei Jahren kam der Fortschritt aufgrund fehlender funktionsfähiger Forschungspolitik nahezu zum Erliegen. Diese Verzögerung hat dazu geführt, dass das Land hinter Konkurrenten wie China und den USA zurückfällt, die entweder neue Technologien massiv subventionieren oder ihre Märkte durch strenge Zölle abschotten.

Die neue Finanzierungszusage der Regierung gibt den Forschungsprojekten nun Planungssicherheit – erste Ausschreibungen werden für Ende 2026 erwartet. Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV) sollen eine Schlüsselrolle dabei spielen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit maßgeschneiderten Batterielösungen für verschiedene Anwendungen zu unterstützen. Batterien gelten als unverzichtbar für zukünftige Hochtechnologieprodukte, und die Kontrolle über ihre Produktion würde Deutschland einen strategischen Vorteil verschaffen.

Um wieder Anschluss zu finden, schlagen Verantwortliche eine zweigliedrige Strategie vor: Zum einen solle das Land Partnerschaften mit globalen Marktführern wie CATL eingehen – ähnlich wie BASF bei Kathodenmaterialien. Zum anderen müsse es massiv in heimische Zelltechnologien, Forschung und Skalierung investieren, etwa in Schwefelzellen oder Batterien der nächsten Generation, und dabei EU-Fördergelder nutzen. Ziel ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern, indem die Produktion vor Ort ausgebaut und Lieferketten gesichert werden.

Deutschland hat noch die Chance, sich als wichtiger Akteur in der Batteriebranche zu etablieren – vorausgesetzt, es gelingt, Forschungsergebnisse zügig in wirtschaftliche Erfolge umzumünzen. Die bereitgestellten Mittel ermöglichen zwar den Fortgang der Projekte, doch der Erfolg hängt davon ab, wie schnell Innovationen industrialisiert werden. Andernfalls droht dem Land der Ausschluss aus einem Markt, der von stark subventionierten Konkurrenten dominiert wird.