Aldi und Lidl zünden Preiskampf an der Fleischtheke – Bauern zahlen den Preis
Aldi und Lidl zünden Preiskampf an der Fleischtheke – Bauern zahlen den Preis
Deutsche Supermärkte senken die Fleischpreise drastisch und verschärfen damit die Spannungen zwischen Einzelhändlern und Landwirten. Discounter wie Aldi und Lidl haben die Preise für Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch gesenkt – obwohl die Erzeugerpreise steigen. Die Maßnahme folgt früheren Rabattaktionen bei Milchprodukten, die bereits zu Unmut unter Viehzüchtern geführt hatten.
Bauern hatten bereits gegen sinkende Milch- und Butterpreise protestiert, einige blockierten im Dezember 2025 sogar Lidl-Lager. Nun verschärft der neue Preiskampf an den Fleischtheken ihre finanzielle Not weiter.
Die jüngste Rabattwelle begann Ende 2025: Aldi Nord, Aldi Süd und Lidl senkten die Preise für Frischfleisch und Wurstwaren. Aldi führte dauerhafte Preissenkungen bei rund 20 Wurstsorten ein, während Lidl einzelne Produkte um bis zu 50 Cent verbilligte. Norma zog im Januar 2026 nach und reduzierte die Wurstpreise um bis zu 10 Prozent.
Trotz dieser Aktionen kommt bei den Landwirten kaum etwas von den Einzelhandelspreisen an. Von einem Kilo Fleisch, das für 10 Euro verkauft wird, erhalten Erzeuger typischerweise nur etwa 3 Euro. Geflügelbauern bekommen für manche Produkte kaum mehr als 3 Euro pro Kilo, bei hochwertigen Rindfleischstücken bleibt ihnen oft noch weniger. Allein die Rindfleischpreise stiegen im November 2025 um 25,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – doch an den Supermarktregalen zeigt sich ein anderes Bild.
Auch das Sortiment wird umgestellt: Aldi Süd wird ab Mitte Januar 2026 Frischfleisch der niedrigsten Haltungsform (Haltungsform 1) aus dem Angebot nehmen. Lidl plant, bis zum selben Jahr mindestens 33 Prozent seines frischen Hähnchen- und Putenfleischs aus höheren Haltungsstufen zu beziehen. Diese Veränderungen verbessern zwar die Tierhaltung, treiben aber die Produktionskosten für die Landwirte weiter in die Höhe.
Die Preissenkungen folgen auf monatelange Bauernproteste. Im Dezember 2025 hatten einige Lidl-Verteilzentren blockiert, um gegen den Verfall der Milchpreise zu demonstrieren. Nun stehen Fleischproduzenten unter ähnlichem Druck, da die Rabatte im Handel ihre ohnehin knappen Margen weiter schmälern.
Während die Supermärkte mit Sonderangeboten locken, erhalten die Erzeuger einen immer kleineren Anteil am Verkaufspreis. Der Preiskampf setzt die Bauern unter Druck, während Verbraucher von günstigerem Fleisch profitieren. Die Entwicklung reiht sich in frühere Milchproteste ein und zeigt die anhaltenden Spannungen in der deutschen Lebensmittelkette.
Höhere Tierwohlstandards erhöhen zudem die Produktionskosten – doch an den Regalen sinken die Preise. Die Schere zwischen Erzeuger- und Einzelhandelspreisen bleibt groß, eine Besserung ist nicht in Sicht.
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