Wie eine bayerische Kleinstadt Deutschlands Solar-Revolution prägte
Anton HofmannWie eine bayerische Kleinstadt Deutschlands Solar-Revolution prägte
Eine kleine bayerische Stadt spielte eine Schlüsselrolle in Deutschlands Solar-Revolution. 1993 sicherte der Solarförderverein Freising den ersten kostendeckenden Einspeisevergütungstarif für Solarstrom in der Region. Dieser frühe Schritt ebnete den Weg für die späteren Erneuerbare-Energien-Politik des Landes – und für lokale Pioniere wie Andreas Henze, der nur ein Jahr später eine der ersten Photovoltaikanlagen Deutschlands baute.
Andreas Henze, ein Freisinger Bürger, stieg in den 1990er-Jahren in die Solarbranche ein. 1994 installierte er eine 550-Watt-Photovoltaikanlage – zu dieser Zeit ein seltenes Projekt. Bis Ende der 1990er-Jahre hatte er sein Unternehmen SolAH vollständig auf Solaranlagen umgestellt, mit Fokus auf landwirtschaftliche Gebäude. Seine Arbeit bewies, dass sich Solarstrom lohnen kann: Landwirte erzielten höhere Einnahmen durch den Stromverkauf, als sie für die Installation ausgegeben hatten.
Im Februar 2000 verabschiedete der Bundestag das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das zwei Monate später in Kraft trat. Das Gesetz garantierte feste Vergütungen für eingespeisten Solarstrom – und löste einen landesweiten Boom aus. Henzes Projekte wuchsen mit: 2006 installierte er eine 70-Kilowatt-Anlage, eine Größe, die einst undenkbar schien.
Die Solar-Dynamik in Freising hielt an: 2013 gründete sich die Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land, an der Henze maßgeblich beteiligt war. Die Genossenschaft betreibt heute Dachanlagen und Solarparks mit einer Gesamtleistung von 4,6 Megawatt. Zudem unterhält sie 73 Ladestationen und plant zehn neue Windkraftanlagen, die weitere 64 Megawatt erneuerbare Energie liefern sollen. Aktuell versorgt sie 1.300 Haushalte mit Ökostrom.
Von den ersten Experimenten in den 1990er-Jahren bis zu den heutigen Großprojekten spiegeln Freisings Solar-Bemühungen den gesamtdeutschen Wandel hin zu Erneuerbaren wider. Die wachsenden Wind- und Solarvorhaben der Genossenschaft kommen heute Hunderten von Haushalten zugute. Gleichzeitig haben Politikinstrumente wie das EEG – gewachsen aus lokalen Initiativen – die Solarenergie zu einem Grundpfeiler der deutschen Energieversorgung gemacht.






