Wie ein bayerisches Dorf fünfmal mehr Ökostrom erzeugt als es verbraucht
Anna KrauseWie ein bayerisches Dorf fünfmal mehr Ökostrom erzeugt als es verbraucht
Wildpoldsried, ein kleines Dorf in Bayern, ist zum Vorbild für erneuerbare Energien in Deutschland geworden. Das Dorf erzeugt fünfmal mehr Strom, als es verbraucht – dank eines Mixes aus Solar-, Wind-, Wasserkraft-, Geothermie- und Biogasanlagen.
Der Erfolg von Wildpoldsried beruht auf starkem bürgerlichem Engagement und förderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die deutsche Energiepolitik ermöglicht es Bürgern, erneuerbare Energien ins öffentliche Netz einzuspeisen, was lokale Investitionen anregt. In Wildpoldsried haben rund 300 Einwohner Anteile an den Windkraftanlagen des Dorfes erworben.
Die Bemühungen tragen beeindruckende Früchte: Wildpoldsried reduziert seine CO₂-Emissionen um 125 Prozent und erwirtschaftet jährlich etwa 6 Millionen Euro durch den Verkauf von Überschussenergie. Viele Projekte waren jedoch zunächst auf staatliche Subventionen angewiesen, um überhaupt starten zu können.
Der Ruf des Dorfes reicht mittlerweile weit über seine Grenzen hinaus. Jährlich besuchen rund 100 Gruppen Wildpoldsried, um sich von seinem Ansatz für nachhaltige Energieversorgung inspirieren zu lassen. In ganz Deutschland genießt die Energiewende – der Ausbau erneuerbarer Energien – breite öffentliche Unterstützung.
Mittlerweile erzielt Wildpoldsried jährlich Millionen mit seinen Ökostrom-Projekten. Die Kombination verschiedener Energiequellen und die Bürgerbeteiligung zeigen, wie kleine Gemeinden beim Thema Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle einnehmen können. Die Erfolge des Dorfes unterstreichen, welchen Unterschied eine unterstützende Politik und lokales Engagement machen.
