Ukrainischer Skeletonpilot wegen Gedenk-Helms von Olympia 2026 ausgeschlossen
Ukrainischer Skeletonpilot wegen Gedenk-Helms von Olympia 2026 ausgeschlossen
Der ukrainische Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch wurde von den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina disqualifiziert. Die Entscheidung fiel, nachdem er während des Trainings und im Wettbewerb einen Helm trug, der an im Krieg getötete Athleten erinnern sollte. Trotz Warnungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) setzte er die Ehrung fort, was schließlich zu seinem Ausschluss von den Spielen führte.
Der Schritt hat eine kontroverse Debatte ausgelöst: Während einige die neutrale Haltung des IOC unterstützen, verurteilen andere die Strafe als ungerecht.
Heraskewytsch trug den sogenannten 'Helm der Erinnerung' erstmals am 11. Februar 2026 während einer Trainingseinheit. Das IOC erteilte umgehend eine Verwarnung und berief sich auf Regeln, die politische oder gedächtnisbezogene Botschaften auf dem Spielfeld verbieten. Am folgenden Tag trug er den Helm erneut im Wettbewerb, woraufhin seine Disqualifikation erfolgte.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erkannte zwar die emotionale Bedeutung von Heraskewytschs Geste an, betonte jedoch, dass die olympischen Vorschriften solche Äußerungen während der Wettkämpfe untersagen. Sie schlug Alternativen vor, etwa das Tragen des Helms vor oder nach den Rennen oder stattdessen ein schwarzes Armband. Dennoch wurde Heraskewytsch angewiesen, das Olympische Dorf zu verlassen.
Die Reaktionen auf die Entscheidung fallen gespalten aus. Die Präsidentin des Estnischen Olympischen Komitees, Kersti Kaljulaid, lud Heraskewytsch zu einem Abendessen nach München ein und kritisierte das IOC öffentlich. Sie argumentierte, die Ehre gefallener Sportler zu würdigen, sei kein politischer Akt, sondern eine 'grundlegende menschliche Geste'. Zudem behauptete sie, der Beschluss widerspreche den Kernwerten der Olympischen Bewegung.
Das Ukrainische Olympische Komitee unterstützte Heraskewytsch, lehnte jedoch einen Boykott der Spiele ab. Sein Team hat inzwischen beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung gegen die Disqualifikation eingelegt. Unterdessen reichte der lettische Trainer Ivo Steinbergs bei der Internationalen Bob- und Skeleton-Föderation (IBSF) Protest ein, ohne dass bisher weitere Stellungnahmen anderer Komitees oder Athleten bekannt wurden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich stolz über Heraskewytschs Handeln, während das Estnische Olympische Komitee die Disqualifikation verurteilte und vom IOC eine Erklärung forderte.
Heraskewytschs Ausschluss bleibt vorerst bestehen, während über seine Berufung noch verhandelt wird. Der Vorfall hat die Spannungen zwischen olympischen Regeln und dem Recht der Athleten auf persönlichen Ausdruck verdeutlicht. Das IOC hat keine Anzeichen gegeben, seine Entscheidung zu überdenken, und überlässt den Fall damit dem Schiedsgericht.
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