Thailands Touristen wenden sich gegen Wildtierattraktionen und fordern mehr Tierschutz
Moritz AlbrechtThailands Touristen wenden sich gegen Wildtierattraktionen und fordern mehr Tierschutz
Thailands Touristen ändern ihre Haltung zu Wildtierattraktionen – Tierleid wird zunehmend abgelehnt
Die Einstellung von Urlaubern gegenüber Wildtierattraktionen in Thailand wandelt sich, da die Sorge um den Tierschutz wächst. Immer mehr Besucher – vor allem aus Europa – meiden Aktivitäten wie Elefantenritte oder Selfies mit Tigern. Dieser Wandel vollzieht sich vor dem Hintergrund von Berichten über schlechte Haltungsbedingungen in einigen Einrichtungen, darunter ein jüngster Krankheitsausbruch, bei dem Dutzende gefangene Tiger starben.
In Nordthailand starben in zwei Einrichtungen 72 Tiger, nachdem sie sich mit dem Staupevirus und bakteriellen Infektionen angesteckt hatten. Die Tierrechtsorganisation PETA Asien bezeichnete die Todesfälle als eine "vorhersehbare Tragödie" und machte unzureichende Pflege sowie beengte Verhältnisse verantwortlich. Unterdessen zeigen sich bei den wildlebenden Tigern Thailands erste Erholungszeichen: Rund 200 Tiere streifen mittlerweile durch geschützte Gebiete wie das Huai-Kha-Khaeng-Wildschutzgebiet.
Im Tiger Park von Pattaya können Besucher weiterhin gegen Bezahlung Tiger streicheln und sich mit ihnen fotografieren lassen. Eine der Tigerdamen, die einjährige Nivea, wurde nach ihrer weißen Tigermutter benannt. Eine chinesische Touristin im Park gab zu, Mitleid mit den Tieren zu haben, und wünschte sich, sie würden in Freiheit leben. Tierschützer berichten, dass Tiger in solchen Parks oft brutalen Dressurmethoden ausgesetzt seien – darunter Schläge mit Metallstangen –, um sie gefügig zu machen.
Kritiker warnen zudem, dass einige der gefangenen Tiger trotz Thailands strenger Gesetze im illegalen Wildtierhandel landen könnten. Schwache Kontrollen und profitorientierte Ausbeutung bleiben zentrale Sorgen für Naturschützer.
Der Rückgang der Nachfrage nach Wildtierinteraktionen spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für das Leid der Tiere wider. Während sich die Bestände wildlebender Tiger langsam erholen, bleibt das Schicksal der gefangenen Tiere ungewiss. Die Behörden stehen weiterhin vor der Herausforderung, Artenschutzmaßnahmen mit der Durchsetzung von Tierschutzgesetzen in Einklang zu bringen.






