Studie enthüllt systematischen Rassismus in deutschen Behörden und bei der Bahn
Studie enthüllt systematischen Rassismus in deutschen Behörden und bei der Bahn
Neue Studie deckt weitverbreiteten Rassismus in der Deutschen Bahn auf
Eine aktuelle Untersuchung hat systematische Rassismusprobleme in der Deutschen Bahn aufgedeckt. Die vom Bundesinnenministerium finanzierte Studie ist die erste ihrer Art in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen strukturelle Diskriminierung, von der Geflüchtete und Minderheiten in Jobcentern, Ausländerbehörden und Jugendämtern betroffen sind.
Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt analysierte für die Studie Arbeitsabläufe und führte Gespräche mit Mitarbeiter:innen sowie Geflüchteten. Dabei wurden Ungleichbehandlungen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe und Sprachkenntnissen festgestellt. Schwarze Menschen, Muslime und Sinti:zze sowie Roma erhielten häufig keine angemessene Unterstützung.
Ein besonders eklatantes Beispiel trat nach dem russischen Angriff auf die Ukraine zutage: Romani-Frauen aus der Ukraine erlebten in München Diskriminierung bei der Suche nach Unterkünften. Behörden in ländlichen Kreisen begründeten Abweisungen damit, dass diese Frauen nicht "in unser Stadtbild passten".
Die Studie fordert dringende Reformen. Sie empfiehlt, Betroffene von Rassismus aktiv in allen Ebenen des öffentlichen Dienstes zu rekrutieren. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Ausweitung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) von 2006 auf staatliche Behörden. Damit würde eine gravierende Lücke im antidiskriminierungsrechtlichen Schutz geschlossen.
Trotz früherer Bemühungen stockt der Fortschritt: Die von der Vorgängerregierung geplante Reform für 2023 kam nie zustande. Die aktuelle Bundesregierung hat lediglich vage versprochen, den Schutz zu "stärken und verbessern" – viele Probleme bleiben damit ungelöst.
Deutschland verzeichnet mittlerweile die höchste Diskriminierungsrate unter allen EU-Mitgliedstaaten. Die Studie legt tief verwurzelte Missstände in öffentlichen Institutionen offen – von ungleicher Behandlung bis hin zu offenem Ausschluss. Ohne strengere gesetzliche Regelungen und konkrete politische Maßnahmen wird sich struktureller Rassismus voraussichtlich weiter fortsetzen.