Siemens zieht revolutionäre Gasturbine trotz Rekord-Effizienz vom Markt
Lukas MüllerSiemens zieht revolutionäre Gasturbine trotz Rekord-Effizienz vom Markt
Siemens hat beschlossen, seine hochmoderne Gasturbine im kommenden Jahr vom Markt zu nehmen. Der Schritt folgt auf Jahre der Entwicklung und erhebliche Investitionen in die Technologie. Die Turbine, die als die effizienteste der Welt konzipiert wurde, soll stattdessen in eine Bereitschaftsreserve überführt werden.
Siemens investierte 500 Millionen Euro, um die leistungsfähigste Gasturbine der Welt zu entwickeln. Dennoch kam sie nie im großen Stil zur Stromerzeugung zum Einsatz. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, das Stromnetz zu stabilisieren.
Das GuD-Kraftwerk (Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk) des Unternehmens in Irsching erreichte einen Wirkungsgrad von über 60 Prozent. Allerdings liegt der Wirkungsgrad der ersten Turbinenstufe allein unter 40 Prozent. Diese Stufe kann jedoch schnell hoch- und heruntergefahren werden, um Schwankungen im Stromangebot auszugleichen.
GuD-Kraftwerke sind in der Regel effizienter als offene Gasturbinen (OGD). Dennoch hat der Emissionshandel in Europas Energiesektor verhindert, dass Erdgas günstiger als Kohle wurde. Infolgedessen hatten Energieversorger mit GuD-Investitionen in Deutschland zu kämpfen. Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die durch die Nutzung von Abwärme bis zu 95 Prozent Effizienz erreichen können, schnitten dagegen besser ab.
Siemens wird seine Gasturbine im nächsten Jahr vom kommerziellen Markt nehmen. Die Entscheidung spiegelt die Herausforderungen im Energiesektor wider, darunter hohe Kosten und begrenzte Einsatzmöglichkeiten. Die Turbine bleibt jedoch für die Netzstabilisierung als Teil einer Bereitschaftsreserve verfügbar.
