Rummenigge und Hoeneß fordern schärfere Regeln für Spielerberater im Fußball

Lukas Müller
Lukas Müller
2 Min.
Ein Bild von Männern, die auf einem Feld mit einem Netz, Bäumen, einem Gebäude und einem klaren blauen Himmel Fußball spielen, mit dem Text "Fußballvorfälle durch Verband verhandelt" unten.Lukas Müller

Rummenigge fordert Reformen im Beratergeschäft - Rummenigge und Hoeneß fordern schärfere Regeln für Spielerberater im Fußball

Der ehemalige FC Bayern München-Funktionär Karl-Heinz Rummenigge hat dringende Reformen in der Fußball-Spielervermittlerbranche gefordert. Er warnte, dass die steigenden Provisionen und der wachsende Einfluss der Berater auf die Spieler das aktuelle System unhaltbar gemacht hätten. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Vermittlergebühren Rekordhöhen erreichen – allein im letzten Transferfenster wurden 1,37 Milliarden US-Dollar an Provisionen gezahlt.

Rummenigge betonte zwar, dass Spielerberater nach wie vor ein notwendiger Teil des Geschäfts seien, forderte jedoch eine bessere Regulierung ihrer Tätigkeit, um weitere Exzesse zu verhindern.

Die Gebühren für Spielervermittler sind in den letzten fünf Jahren stark angestiegen. Laut FIFA belaufen sich die jährlichen Provisionen mittlerweile auf 600 bis 700 Millionen Euro – das entspricht etwa 8 bis 10 Prozent der gesamten Transferausgaben in Europas Top-Ligen. Dieser Anstieg fällt mit explodierenden Einnahmen zusammen: Die kombinierten Umsätze von Premier League, La Liga, Serie A, Bundesliga und Ligue 1 überstiegen im selben Zeitraum 30 Milliarden Euro.

Rummenigge rief zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen FIFA, UEFA, Vereinen, Ligen und Vermittlern auf, um das Problem in den Griff zu bekommen. Einen vollständigen Verzicht auf Spielerberater lehnte er ab, bestand jedoch auf Reformen, um überzogene Gebühren einzudämmen.

Auch Uli Hoeneß, ein weiterer langjähriger FC Bayern München-Verantwortlicher, teilte diese Bedenken. Er bezeichnete den Transfermarkt als "Hetzjagd" und kritisierte, dass Vermittler Gebühren verlangten, die in keinem Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Leistung stünden. Hoeneß deutete zudem an, dass Bayern in künftigen Verhandlungen mit Beratern eine härtere Gangart einschlagen werde.

Die Warnungen von Rummenigge und Hoeneß unterstreichen die finanzielle Belastung, die durch die explodierenden Vermittlergebühren entsteht. Da die Provisionen mittlerweile einen erheblichen Teil der Transferbudgets verschlingen, stehen Vereine und Verbände unter Druck, strengere Kontrollen einzuführen. Die Forderungen nach Reformen deuten auf einen möglichen Wandel in der Steuerung der Transferwirtschaft im Fußball hin.