Passau baut Deutschlands erstes klimaneutrales Rechenzentrum mit Gewächshaus-Kopplung
Lukas MüllerPassau baut Deutschlands erstes klimaneutrales Rechenzentrum mit Gewächshaus-Kopplung
Auf dem Campus der Universität Passau entsteht ein neues klimaneutrales Rechenzentrum. Das bayerische Staatsministerium für Digitales und die Hochschule arbeiten dabei eng zusammen. Das Projekt soll nicht nur CO₂-Emissionen senken, sondern auch als Vorbild für ähnliche Einrichtungen in ganz Deutschland dienen.
Das Bayerische Grüne Rechenzentrum wird größtenteils mit erneuerbaren Energien betrieben. Eine Photovoltaikanlage wird den Strom für die Anlage erzeugen, während die Abwärme aus dem Betrieb genutzt wird, um ein angeschlossenes Gewächshaus zu beheizen. Dort sollen CO₂-bindende Pflanzen für die intelligente Stadtgärtnerei angebaut werden.
Forschende werden zudem untersuchen, wie sich Emissionen durch eine intelligentere Steuerung der KI-Serverlasten weiter reduzieren lassen. Die Universität Passau bringt dabei ihr Know-how in den Bereichen nachhaltige Energien und urbanes Gärtnern in das Vorhaben ein. Die bayerische Landesregierung erhofft sich, dass das Projekt der Region hilft, bis 2040 oder sogar früher Klimaneutralität zu erreichen.
Deutsche Rechenzentren verbrauchten 2020 rund 16 Milliarden Kilowattstunden – ein deutlicher Anstieg gegenüber 10 Milliarden eine Dekade zuvor. Die neue Anlage soll diesen Trend umkehren und nicht nur klimaneutral, sondern langfristig sogar klimapositiv werden.
Im Bayerischen Grünen Rechenzentrum werden innovative Nachhaltigkeitsansätze erprobt. Gelingt das Projekt, könnte es andere Rechenzentren in Bayern und darüber hinaus dazu motivieren, ähnliche Modelle zu übernehmen. Die Initiative passt in die größeren Bestrebungen, den Energieverbrauch und die Emissionen im digitalen Sektor zu verringern.






