Münchens S-Bahn testet bahnbrechende Fernsteuerung für Züge – ein Novum in Deutschland

Admin User
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Ein altes Aktienzertifikat der deutschen Regierung der Bern-Schwarzenburg-Bahn, mit Text und einer Illustration eines Zuges.Admin User

Pilotprojekt: Münchner S-Bahn steuert Zug fern - Münchens S-Bahn testet bahnbrechende Fernsteuerung für Züge – ein Novum in Deutschland

Münchens S-Bahn testet erstmals in Deutschland ein neues System für ferngesteuertes Rangieren

Die Münchner S-Bahn erprobt ein innovatives System, mit dem Züge per Fernsteuerung rangiert werden können – eine Premiere für Deutschland. Die Technologie ermöglicht es Mitarbeitenden, Züge über Tablets und eine 5G-Verbindung aus der Distanz zu steuern. Sollte sich das System bewähren, könnte es die Art und Weise revolutionieren, wie Züge im gesamten Land bewegt und gewartet werden.

Im Rahmen des Pilotprojekts können Beschäftigte die Züge von einer zentralen Leitstelle aus bedienen, die mit Live-Kameraübertragungen ausgestattet ist. Mithilfe eines Tablets lassen sich Türen öffnen, Abfahrten signalisieren und Wagen umsetzen – ganz ohne an Bord zu sein. Diese Methode beschleunigt Wartungsarbeiten, Reinigung und die Rückkehr der Züge in den Betrieb im Vergleich zum herkömmlichen manuellen Rangieren.

Langfristig könnte die Fernsteuerung auch das Kuppeln und Trennen von Zügen umfassen. Das System ist so konzipiert, dass es sich an verschiedene Zugmodelle anpassen lässt, was es zu einem potenziellen Upgrade für andere S-Bahn-Netze macht. Für eine flächendeckende Einführung wären jedoch rund 25 Millionen Euro an Landesförderung nötig; zudem steht die Zertifizierung noch aus.

Das Projekt wird gemeinsam vom Bund und dem Freistaat Bayern finanziert. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch die Technologie Kostensenkungen, effizientere Abläufe und eine attraktivere Arbeitsumgebung für S-Bahn-Mitarbeitende. Auch Fahrgäste könnten von einer höheren Zugverfügbarkeit profitieren.

Ziel des ferngesteuerten Rangiersystems ist es, Betriebsabläufe zu optimieren und Verspätungen zu reduzieren. Bei erfolgreicher Genehmigung und Finanzierung könnte es zum Standard in deutschen Schienennetzen werden. Zunächst wird der Münchner Test zeigen, ob die Technologie den Sicherheits- und Leistungsanforderungen gerecht wird.