Hochwasser bedroht Atomkraftwerke: Deutschland und Nachbarländer in der Krise
Moritz AlbrechtHochwasser bedroht Atomkraftwerke: Deutschland und Nachbarländer in der Krise
Schwere Überschwemmungen treffen Deutschland, Tschechien und Österreich – zum zweiten Mal in nur elf Jahren
Einige Städte erleben die schlimmsten Fluten seit dem Mittelalter, besonders hart betroffen ist etwa Passau. Die Katastrophen werfen erneut Fragen zur Sicherheit von Atomkraftwerken in der Region auf.
Kernkraftwerke werden oft in der Nähe von Flüssen oder Meeren gebaut, da sie große Mengen Wasser benötigen. Das deutsche Kernkraftwerk Krümmel bei Hamburg verfügt über Hochwasserschutzanlagen bis zu 9,7 Meter – doch Experten warnen, dass viele deutsche Reaktoren weiterhin anfällig für Erdbeben und plötzliche Überschwemmungen sind.
Nach der Fukushima-Katastrophe 2011 hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Stillstand von acht der 17 deutschen Atomkraftwerke angeordnet. Das tschechische Kernkraftwerk Temelín, nur 1,5 Kilometer vom nächsten Fluss entfernt, meldete bisher keine Probleme. Österreichs einziges Atomkraftwerk wurde zwar überflutet, war jedoch nie in Betrieb und stellte somit keine Gefahr dar.
Klimaforscher warnen nun, dass steigende globale Temperaturen künftig noch extremere Überschwemmungen begünstigen könnten. Die jüngsten Fluten haben Schwachstellen in der Hochwasservorsorge einiger Atomstandorte offenbart. Angesichts des durch den Klimawandel wachsenden Risikos solcher Ereignisse könnten die Behörden gezwungen sein, die Sicherheitsmaßnahmen neu zu bewerten. Die aktuelle Krise hat bereits Evakuierungen erzwungen und in den betroffenen Ländern massive Schäden verursacht.
