Deutscher Zoll beschlagnahmt russischen Öltanker Eventin in der Ostsee
Lukas MüllerDeutscher Zoll beschlagnahmt russischen Öltanker Eventin in der Ostsee
Deutsche Zollbehörden haben den russischen Öltanker Eventin beschlagnahmt, nachdem dieser mit 100.000 Tonnen Öl an Bord im Ostsee-Drift geraten war. Das Schiff, das zur sogenannten russischen "Schattenflotte" gehört, wurde im April zu einem sicheren Ankerplatz in der Nähe der Insel Rügen geschleppt, um Umweltgefahren zu verhindern.
Die Eventin war von Ust-Luga in Russland nach Port Said in Ägypten unterwegs gewesen, als ein Systemausfall das Schiff manövrierunfähig machte und es unkontrolliert trieb. Deutsche Behörden griffen ein und brachten den Tanker zum Ankerplatz Nordperd – ein Ort, der gewählt wurde, um die Gefahr einer Ölkatastrophe zu verringern.
Das Bundesfinanzministerium bestätigte die Beschlagnahmung und verwies auf die Schwierigkeiten bei der Überwachung von Schiffen, die mit sanktionierten Ländern in Verbindung stehen. Die Behörden betonten, dass strenge Sicherheitsvorkehrungen ergriffen wurden, um sowohl die Meeresumwelt als auch die nahegelegenen Schifffahrtsrouten zu schützen.
Der Vorfall unterstreicht die größeren Herausforderungen bei der Kontrolle von Schiffen, die unter internationalen Sanktionen operieren. Die Eventin ist eines von vielen Schiffen der russischen Schattenflotte, die seit dem Überfall auf die Ukraine mit EU-Beschränkungen konfrontiert ist.
Der Tanker bleibt vorerst unter deutscher Kontrolle am Ankerplatz Nordperd. Der Fall zeigt, wie Behörden die Durchsetzung von Sanktionen mit Umwelt- und Schifffahrtssicherheit in Einklang bringen müssen. Deutsche Stellen beobachten die Lage weiterhin genau.






