18 April 2026, 04:13

Peter Pilz stellt neues Buch zu Pilnaceks rätselhaftem Tod vor – und fordert Neuermittlungen

Eine Gruppe von Menschen, die um einen Tisch sitzen und Papiere und Gegenstände haben, einer hält ein Papier in der Hand, mit dem Text "Libel Hunters on the Look Out, or Daily Examiners of the Liberty of the Press" unten.

Peter Pilz stellt neues Buch zu Pilnaceks rätselhaftem Tod vor – und fordert Neuermittlungen

Peter Pilz hat ein zweites Buch über den umstrittenen Tod von Christian Pilnacek, Österreichs ehemaligem Generalstaatsanwalt, veröffentlicht. Unter dem Titel "Spuren im Schlamm" stellt das Werk die offiziellen Ermittlungsergebnisse infrage und fordert eine Neuaufnahme des Falls. Die Buchpräsentation zog prominente Politiker an und befeuerte erneut die Debatte über Transparenz in diesem Fall.

Im Mittelpunkt des Buches stehen ungeklärte Fragen, etwa der Schlamm an Pilnaceks Hose, der bei der Auffindung seiner Leiche 2022 dokumentiert wurde. Pilz argumentiert, eine 3D-Rekonstruktion des Tatorts könnte die Umstände seines Todes aufklären. Zudem wirft er der Staatsanwaltschaft Wien vor, den Fall nur unzureichend untersucht zu haben – insbesondere richtet sich seine Kritik gegen deren Leiter, Johann Fuchs, und dessen Stellvertreter Michal Klackl, die seiner Ansicht nach wiederholt seine eigenen Aktivitäten unter die Lupe nehmen.

Bei der von dem ehemaligen "Profil"-Journalisten Michael Nikbakhsh moderierten Präsentation zeigte Pilz ein Video, um eine gerichtliche Unterlassungsverfügung zu umgehen. Die Aufnahme enthält Aussagen von Andreas Hanger, der Pilnaceks Ex-Freundin Karin Wurm als dessen "Lebenspartnerin" bezeichnet – eine bisher unterdrückte Information. Nikbakhsh, heute als unabhängiger Journalist tätig, räumte ein, in der Vergangenheit für Medien gearbeitet zu haben, die im Besitz der Raiffeisen Bank standen, einem häufigen Ziel von Pilz' Kritik.

Pilz behauptete, er werde im Schnitt "ein Jahr", bevor neue Vorwürfe gegen ihn erhoben würden, selbst wie ein Beschuldigter behandelt. Er forderte eine umfassende Überprüfung der Staatsanwaltschaft und warf ihr systematische Voreingenommenheit vor. Unter den Gästen der Veranstaltung befanden sich der ehemalige Vizekanzler Werner Kogler sowie die Klubobleute Kai Jan Krainer, Sophie Wotschke und Nina Tomaselli – ein Zeichen für das breite politische Interesse am Fall.

Über das Buch hinaus kritisierte Pilz die österreichischen Medien für mangelnden investigativen Ehrgeiz, insbesondere in Fällen, die Institutionen wie die Raiffeisen Bank betreffen. Seiner Meinung nach habe das Schweigen der Presse dazu geführt, dass zentrale Fragen unbeantwortet blieben.

Die Veröffentlichung des Buches hat die Forderungen nach einer erneuten Untersuchung von Pilnaceks Tod verstärkt. Pilz' Vorwürfe gegen Ermittler und Medien ebnen nun den Weg für mögliche juristische und politische Folgen. Beobachter werden genau verfolgen, ob seine vorgeschlagene 3D-Rekonstruktion oder weitere Ermittlungen vorankommen.

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