Bundesweiter Apotheker-Streik am 23. März: Warum Tausende ihre Läden schließen
Anna KrauseBundesweiter Apotheker-Streik am 23. März: Warum Tausende ihre Läden schließen
Apotheker in ganz Deutschland legen am 23. März bundesweit die Arbeit nieder
Am 23. März werden Apotheker in ganz Deutschland mit einem eintägigen Streik protestieren und ihre Türen geschlossen halten. Der Apothekerverband Nordrhein (AVNR) hat Kollegen aufgerufen, sich an Kundgebungen in Großstädten wie Berlin, München, Hannover und Düsseldorf zu beteiligen. Die Aktion erfolgt vor dem Hintergrund wachsender finanzieller Belastungen – Hunderten Apotheken droht die Schließung.
Der Protest folgt auf einen drastischen Anstieg von Apothekenpleiten und Insolvenzen. Allein 2025 stellten 502 Apotheken den Betrieb ein, 44 davon meldeten Insolvenz an – die höchste Zahl seit 2008. Weitere 277 Apotheken sind akut gefährdet, wobei Hessen mit einem Anstieg von 46,7 Prozent am stärksten betroffen ist, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (30,8 %) und Baden-Württemberg (26,7 %). Nur Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen verzeichneten leichte Verbesserungen.
Der AVNR fordert eine feste Abgabegebühr von 9,50 Euro und argumentiert, dass die aktuelle Finanzierung viele Apotheken in Existenznot bringt. Der Verband lehnt Pläne für "Apotheken ohne Labor" oder "ohne Apotheker" ab und pocht auf die Einhaltung fachlicher Standards. Protestmaterialien und Kundeninformationen sind auf der Kampagnenwebsite Nulltarif abrufbar.
In Düsseldorf beginnt die Kundgebung um 12 Uhr auf dem Burgplatz und dauert etwa eine Stunde. Teilnehmer werden aufgefordert, in weißen Kitteln zu erscheinen und mit dem gesamten Team teilzunehmen. Der AVNR erwartet keine Behinderungen durch die Behörden und vertraut darauf, dass das Protestrecht der Apotheker respektiert wird.
Der Streik am 23. März markiert eine seltene gemeinsame Aktion der deutschen Apotheker. Angesichts der finanziellen Not, die viele an den Rand des Ruins treibt, konzentrieren sich die Forderungen des AVNR auf höhere Gebühren und den Erhalt traditioneller Apothekendienstleistungen. Das Ergebnis könnte die zukünftige Politik für den gesamten Sektor prägen.






