Atomausstieg in Bayern: Grafenrheinfeld geht als erster Reaktor vom Netz
Anton HofmannAtomausstieg in Bayern: Grafenrheinfeld geht als erster Reaktor vom Netz
Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in Nordbayern wird an diesem Wochenende endgültig abgeschaltet. Es ist der älteste noch in Betrieb befindliche Reaktor Deutschlands und der erste, der seit 2011 vom Netz geht. Bekannt ist die Anlage auch als Schauplatz des Romans „Die Wolke“, der einen nuklearen Unfall thematisiert.
Grafenrheinfeld deckt derzeit etwa ein Sechstel des bayerischen Strombedarfs. Seine Stilllegung markiert einen wichtigen Schritt im deutschen Atomausstieg. Bis Ende 2022 sollen drei weitere bayerische Reaktoren folgen.
Die bayerische Landesregierung lehnt Pläne für neue Hochspannungsleitungen ab, über die Strom aus Norddeutschland importiert werden könnte. Diese Haltung nährt Befürchtungen, die Region könnte künftig mit Versorgungsengpässen konfrontiert sein. Bereits drei kleinere Atomkraftwerke wurden in Deutschland vollständig zurückgebaut – das Land baut dabei Expertise im Rückbau aus.
Um die Netzstabilität zu gewährleisten, prüft die Bundesnetzagentur nun eine Trennung des Stromhandelsmarktes zwischen Deutschland und Österreich.
Mit der Abschaltung von Grafenrheinfeld verringert sich die Stromerzeugungskapazität Bayerns. Weitere Stilllegungen stehen im kommenden Jahr an. Ohne neue Infrastruktur oder alternative Energiequellen könnte die Region Schwierigkeiten haben, die Nachfrage zu decken.
