29 June 2026, 18:28

Wie ein bayerisches Dorf die Energiewende mit 500 % Ökostrom meistert

Ein kleines Dorf in Deutschland wird zum Testgelände für ein intelligentes Stromnetz

Wie ein bayerisches Dorf die Energiewende mit 500 % Ökostrom meistert

Wildpoldsried – ein kleines deutsches Dorf als Vorreiter der erneuerbaren Energien

Seit den 1990er-Jahren setzt die bayerische Gemeinde Wildpoldsried konsequent auf nachhaltige Energieerzeugung. Ihr ehrgeiziges Ziel: Bis 2020 den gesamten Strombedarf aus sauberen Quellen zu decken. Mit dem innovativen Führungskonzept WIR-2020 gelang es dem Ort, die vollständige Energieautarkie zu erreichen. Heute produziert Wildpoldsried mehr als das Fünffache seines Bedarfs – und das ausschließlich aus erneuerbaren Quellen.

Das Energieportfolio des Dorfes umfasst fünf Biogasanlagen, fast 5 Megawatt Photovoltaik, elf Windkraftanlagen, ein Biomassenahwärmenetz, drei kleine Wasserkraftwerke sowie 2.100 Quadratmeter solarthermische Kollektoren. Den überschüssigen Strom speist die Gemeinde ins Netz ein und erwirtschaftet so jährliche Einnahmen von über 7 Millionen Euro.

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Um die Überschüsse effizient zu nutzen, setzt Wildpoldsried auf 32 Elektrofahrzeuge, die als mobile Speicher dienen und bei Engpässen Energie zurück ins Netz einspeisen. Zudem sorgt das IRENE-Projekt mit 200 Messgeräten und einer Batteriekapazität von 138 Kilowattstunden für Netzstabilität.

Aktuell testet die Gemeinde ein intelligentes Stromnetz namens SOEASY, das Angebot und Nachfrage automatisch ausbalanciert, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Wildpoldsrieds Energiesysteme übertreffen den Eigenbedarf bei Weitem. Durch smarte Netze und Speicherlösungen sichert sich das Dorf nicht nur eine stabile Stromversorgung, sondern generiert auch beträchtliche Einnahmen. Sein Modell steht beispielhaft für eine gelungene, nachhaltige Energiewende – und zeigt, wie Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können.

Quelle