14 March 2026, 06:31

Warum die Demelspitze für Bergsteiger für immer tabu bleibt

Eine alte topografische Karte der deutschen Alpen, die detaillierte Konturen, Höhenangaben und andere Geländemerkmale zeigt, mit Text oben und unten.

Warum die Demelspitze für Bergsteiger für immer tabu bleibt

Nicht alle Bergspitzen sind für Kletterer zugänglich – selbst in gut erschlossenen Gebirgen wie den Alpen. Manche Gipfel bleiben aus Sicherheitsgründen, religiösen Überzeugungen oder geologischen Gefahren gesperrt. Ein Beispiel ist die Demelspitze in Deutschland, einst ein beliebtes Kletterziel, das seit einer Expertenwarnung wegen Instabilität dauerhaft gesperrt ist.

Die Demelspitze, oft als "Matterhorn von Lenggries" bezeichnet, war bis 2013 ein gefragtes Ziel für Bergsteiger. Doch geologische Untersuchungen deckten in jenem Jahr schwere strukturelle Schwächen im Fels auf, woraufhin die Behörden alle Besteigungsversuche verboten. Das Gipfelkreuz, einst ein weithin sichtbares Wahrzeichen, neigt sich heute über einem immer breiter werdenden Riss und droht einzustürzen.

Felsstürze von der Spitze haben die umliegende Landschaft verändert. Geröll der Demelspitze hat im nördlichen Waldgebiet neue Kletterrouten entstehen lassen. Diese Pfade, geschützt von dichtem Baumbestand, bieten an heißen Tagen Schatten und variieren in ihrem Schwierigkeitsgrad. Ihre abgelegene Lage sorgt zudem für weniger Besucher – eine ruhige Alternative zu überlaufenen Kletterspots.

Auch außerhalb der Alpen bleiben einige Gipfel unbestiegen, allerdings aus anderen Gründen. Der Kailash in Tibet und der Machapuchare in Nepal gelten als heilig, ihre Besteigung ist streng verboten. Im Himalaya sind manche Berge nicht wegen physischer Hindernisse, sondern aus religiöser Verehrung unberührt.

In anderen Teilen der Alpen führen Risiken wie Steinschlag oder Lawinen zu saisonalen Sperrungen. Der Gipfel des Hochvogels in den Allgäuer Alpen droht mit einem Abbruch von 260.000 Kubikmetern Fels, wird aber bisher nur überwacht, ohne offiziell geschlossen zu werden. Auch Straßen und Tunnel, etwa in der Nähe von Zermatt oder Saas-Fee, müssen im Winter wegen Naturgefahren zeitweise gesperrt werden.

Die Demelspitze zeigt exemplarisch, wie Naturkräfte den Zugang zu Bergen dauerhaft verändern können. Zwar haben sich durch ihre Sperrung neue Klettermöglichkeiten in der Umgebung ergeben, doch der ursprüngliche Gipfel bleibt tabu. Bei anderen Bergen sorgen kulturelle oder religiöse Vorschriften dafür, dass sie unbestiegen bleiben – unabhängig von ihrer technischen Begehbarkeit.

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