15 March 2026, 22:13

AfD-Flugblatt in Erlangen löst Skandal und Unterlassungsklage aus

Eine gelbstichige, leicht zerknitterte Zeitung mit der schwarzen Schrift 'Diskussion', die die Schlagzeile 'Semanario Repúblicano Democrático Federal' trägt.

AfD-Flugblatt in Erlangen löst Skandal und Unterlassungsklage aus

Ein umstrittenes Wahlkampf-Flugblatt der AfD in Erlangen hat rechtliche Konsequenzen und einen internen Parteistreit ausgelöst. Die Broschüre, in der das Rechercheportal CORRECTIV angegriffen wurde, enthielt falsche Behauptungen und führte zu einer Unterlassungserklärung. Mittlerweile haben Parteiverantwortliche Fehler eingeräumt und begonnen, das Material zu vernichten.

Das von der Erlanger AfD-Gliederung verbreitete Flugblatt bezeichnete die CORRECTIV-Recherche zu rechtsextremen Plänen als "Märchen". Fälschlicherweise behauptete es zudem, Gerichte hätten die Erkenntnisse des Mediums widerlegt. Tatsächlich haben mehrere Urteile die zentralen Fakten des CORRECTIV-Berichts bestätigt – darunter Details zur "Remigrations"-Strategie von Martin Sellner.

Robert Aust, der lokale AfD-Kreisvorsitzende, gab später zu, die Aussagen im Flugblatt seien "schlecht recherchiert" und "missverständlich formuliert" gewesen. Er entschuldigte sich und unterzeichnete eine Unterlassungserklärung, woraufhin die verbliebenen Exemplare eingestampft werden mussten. Aust präzisierte, die Formulierungen bezögen sich lediglich auf ein hypothetisches Szenario, in dem Sellners konkreter Plan offiziell von der AfD übernommen würde.

Auf Bundesebene wirbt die Partei weiterhin in sozialen Medien für "Remigration" – trotz der Zurückweisung der Vorwürfe aus dem CORRECTIV-Bericht von 2024. AfD-Vertreter wie Erik Ahrens, der 2023 an einem Treffen im Zusammenhang mit den Ermittlungen teilgenommen hatte, bestreiten öffentlich Pläne für Massenabschiebungen. Doch wie die CORRECTIV-Analyse zeigt, verwenden AfD-Politiker den Begriff weiterhin – Stand September 2025.

Die Erlanger AfD-Gliederung hat das Flugblatt zurückgezogen und alle restlichen Exemplare vernichtet. Der Vorfall offenbart die anhaltenden Spannungen innerhalb der Partei über ihre Kommunikationsstrategie und rechtliche Risiken. Die CORRECTIV-Erkenntnisse zu rechtsextremen Strategien bleiben unterdessen gerichtlich bestätigt.

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