Vonovia testet revolutionäres Wärmepumpen-System ohne fossile Brennstoffe
Anna KrauseVonovia testet revolutionäres Wärmepumpen-System ohne fossile Brennstoffe
Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia testet fossilefreie Heizlösung
Der Immobilienkonzern Vonovia, Deutschlands größter privater Wohnungsvermieter, erprobt in Nürnberg ein neues System, um Wohnungen ohne fossile Brennstoffe zu beheizen. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden 59 Wohnungen mit einem modularen "Wärmepumpen-Cube" ausgestattet. Der Schritt ist Teil einer umfassenden Modernisierungsstrategie, die Vorstandschef Luka Mucic vorantreibt.
Das Nürnberger Projekt setzt auf ein "Plug-and-Heat"-System, das lediglich eine Kiesschicht als Untergrund benötigt und ohne aufwendige Installationen auskommt. Jede Einheit kostet rund 15.000 Euro, doch durch eine spätere Serienproduktion sollen die Kosten langfristig sinken. Ziel ist es, Gas- und Ölheizungen in Vonovias Bestand durch ein zentrales, klimafreundliches Wärmenetz zu ersetzen.
Das Vorhaben ist Teil eines bis 2028 laufenden Sanierungsprogramms, das auch serienmäßige Modernisierungen und dezentrale Energielösungen umfasst, um die Effizienz zu steigern. Trotz dieser Maßnahmen belasten hohe Zinsen die finanzielle Performance des Unternehmens.
Im Geschäftsjahr 2025 stieg das bereinigte Ergebnis um 6,0 % auf etwa 2,8 Milliarden Euro. Die Auslastung blieb mit 97,9 % hoch, während die organische Mietsteigerung bei 4,1 % lag. Dennoch brach der Aktienkurs stark ein: Allein im letzten Monat verlor die Aktie rund 25 % und erreichte mit 21 Euro ein 52-Wochen-Tief. Der Kurs notiert damit deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen für die Sorgen der Anleger angesichts der gestiegenen Finanzierungskosten.
Das Nürnberger Pilotprojekt markiert einen Schritt in Richtung von Vonovias langfristigem Ziel, die Wärmeversorgung komplett ohne fossile Energien zu gestalten. Bei Erfolg könnte das System auf den gesamten Bestand ausgeweitet werden, auch wenn noch keine konkreten Pläne für eine bundesweite Einführung vorliegen. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen gefordert, die Modernisierungskosten mit den finanziellen Herausforderungen in einem Umfeld hoher Zinsen in Einklang zu bringen.






