Volkswagen revolutioniert sein Händlernetz mit neuen Verträgen bis 2020
Moritz AlbrechtVolkswagen revolutioniert sein Händlernetz mit neuen Verträgen bis 2020
Volkswagen baut sein europäisches Händlernetz mit neuen Verträgen grundlegend um. Die alten Vereinbarungen aus dem Jahr 2003 sind für das kommende Jahrzehnt nicht mehr zeitgemäß. Das Unternehmen plant, sie bis Anfang 2020 zu ersetzen.
Bis zum ersten Quartal 2020 werden die bestehenden Verträge mit den rund 3.100 europäischen Volkswagen-Partnern auslaufen. Anschließend treten neue Regelungen in Kraft, die strengere Gewinnvorgaben sowie eine Reduzierung der Handelsspannen um einen Prozentpunkt vorsehen. Damit sollen die Kosten für die Händler gesenkt werden.
Zudem verzichtet der Konzern künftig darauf, seinen Partnern die Personalstärke vorzuschreiben. Dadurch könnten im Schnitt vier Stellen pro Autohaus wegfallen oder umgewidmet werden. Da Elektrofahrzeuge weniger Werkstattbesuche erfordern, wird sich der Servicebedarf voraussichtlich weiter verringern.
Darüber hinaus will Volkswagen Großkunden mit Fuhrparks direkt beliefern. Zudem startet das Unternehmen eine eigene Online-Verkaufsplattform – ein Zeichen für den Wandel im Kundenkontakt.
In den kommenden Jahren wird das Händlernetz voraussichtlich schrumpfen, da Digitalisierung und neue Mobilitätstrends an Bedeutung gewinnen. Die Händler müssen sich auf strengere finanzielle Rahmenbedingungen einstellen, erhalten jedoch mehr Flexibilität bei der Personalplanung. Die Änderungen spiegeln Volkswagens Bestreben wider, zu einem schlankeren und moderneren Vertriebsmodell überzugehen.
