Volksfeste, Herrenschneiderei und Ostseefischerei sind jetzt UNESCO-Kulturerbe
Anton HofmannVolksfeste, Herrenschneiderei und Ostseefischerei sind jetzt UNESCO-Kulturerbe
Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Ergänzungen zählen Schaustellerkultur auf Volksfesten, die Herrenschneiderei sowie die Fischerei in der Ostsee. Kultusminister Wolfram Weimer und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die Neuerungen gemeinsam bekannt.
Die erweiterte Liste umfasst nun auch mehr alltagsnahe Bräuche, doch einige bekannte Elemente – wie der Döner – fanden keine Berücksichtigung. Die neu anerkannten Traditionen spiegeln ein breites Spektrum deutschen Lebens wider. Dazu gehören die Schausteller auf Volksfesten, das Handwerk der Herrenschneider sowie das Straßenfußballspielen auf dem Bolzplatz. Auch die Laternenumzüge zum Martinsfest im Rheinland und die Fischereikultur in der Ostsee wurden in die Liste aufgenommen.
Weimers strenge Haltung bei der Vergabe von Kulturfördermitteln sorgte bereits früher für Aufsehen. Erst kürzlich strich er ein Übersetzungsprojekt für palästinensche Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds. Diese Entscheidung löste Proteste von Kulturminister:innen und Senator:innen in acht SPD-geführten Bundesländern aus.
Trotz der Neuaufnahmen blieben einige vertraute Aspekte deutscher Kultur unerwähnt. Die SPD-Sommerfest-Bratwurst, der Döner sowie unabhängige, linksgerichtete Buchhandlungen erhielten keine Anerkennung. Weimers Kriterien für kulturelle Wertschätzung bleiben weiterhin Diskussionsthema. Die aktualisierte Liste zeigt nun eine größere Vielfalt deutscher Traditionen. Die offizielle Anerkennung hilft, diese Bräuche für kommende Generationen zu bewahren. Doch die Auslassungen unterstreichen die anhaltende Debatte darüber, was als kulturell bedeutend gilt.






