Vier Autobauer gründen Joint Venture für schnelle Ladesäulen in Europa
Anton HofmannVier Autobauer gründen Joint Venture für schnelle Ladesäulen in Europa
Vier große Automobilhersteller haben ein Joint Venture gegründet, um das europäische Netz an Ladestationen für Elektrofahrzeuge auszubauen. Porsche, BMW, Daimler und Ford Europa schlossen sich zur European High Power Charging GmbH & Co. KG zusammen, die ihren Sitz in München haben und rund 50 Mitarbeiter beschäftigen wird.
Die Partner hatten ihre Pläne vor fast einem Jahr mit einer Absichtserklärung angekündigt. Seitdem wurde das Gemeinschaftsunternehmen offiziell eingetragen und von den Kartellbehörden freigegeben. Jedes der vier Unternehmen hält einen gleich großen Anteil, wobei Porsche die Volkswagen Gruppe vertritt und Audi an der Planung mitwirkt.
Das erste Ziel besteht im Aufbau von 400 Hochleistungs-Ladestationen in ganz Europa. Die ersten Pilotstationen sollen noch vor Jahresende in Betrieb gehen. Diese Standorte dienen zugleich als Testumgebung für potenzielle Technologielieferanten.
Porsche hat ein direktes Interesse an dem Projekt: Das Unternehmen plant, 2019 seinen ersten rein elektrischen Sportwagen auf den Markt zu bringen, der in nur 15 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen werden können soll. Um solche Anforderungen zu erfüllen, müssen die Ladestationen über eine besonders hohe Leistung verfügen.
Mit dem neuen Vorhaben soll eines der größten Hindernisse für die Verbreitung von Elektroautos in Deutschland überwunden werden: die unzureichende Ladeinfrastruktur. Sobald die ersten Stationen in Betrieb sind, könnte das Projekt den Wandel hin zur Elektromobilität in Europa beschleunigen.
