USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Europa muss Sicherheit selbst stärken
Anton HofmannUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Europa muss Sicherheit selbst stärken
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, innerhalb des nächsten Jahres 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Deutsche Regierungsvertreter bezeichneten den Schritt als erwartet, betonten jedoch die Notwendigkeit, dass Europa seine eigene Verteidigung stärken müsse. Die Entscheidung fällt in eine Phase zunehmender Spannungen zwischen Washington und Berlin in Fragen der Sicherheit und Außenpolitik.
Aktuell sind in Deutschland rund 38.000 US-Soldatinnen und -Soldaten stationiert, darunter wichtige Kommandostäbe für die US-Operationen in Europa und Afrika. Durch den Abzug verringert sich diese Zahl, wobei NATO und US-Behörden noch die genauen Modalitäten abstimmen.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete die Entscheidung als absehbar. Gleichzeitig unterstrich er, Europa müsse mehr Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen. Die Bundesregierung hat bereits Pläne vorgelegt, die Bundeswehr von 185.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern.
Unterdessen kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz die USA für ihr Vorgehen im Konflikt mit dem Iran. Washington fehle eine klare Exit-Strategie in der anhaltenden Krise, so Merz. Trotz dieser Meinungsverschiedenheiten betonte Pistorius, die Präsenz US-amerikanischer Truppen in Europa liege im gemeinsamen Interesse beider Nationen.
Der Truppenabzug soll in den kommenden 6 bis 12 Monaten erfolgen. Die Aufstockung der Bundeswehr zielt darauf ab, die durch den Abzug der US-Streitkräfte entstehenden Lücken zu schließen. Die NATO führt derweil Gespräche mit den USA, um die europäische Verteidigungsstrategie entsprechend anzupassen.






