Sven Hannawald warnt: Deutsche Skispringer verlieren ihren Siegwillen
Sven Hannawald warnt: Deutsche Skispringer verlieren ihren Siegwillen
Skisprung-Legende Sven Hannawald sorgt sich um die Zukunft des deutschen Sports
Deutschlands Skisprung-Ikone Sven Hannawald hat Bedenken zur Zukunft der Disziplin in seinem Land geäußert. Er warnt, dass mangelnder Ehrgeiz unter den Nachwuchsathleten die Entwicklung bremst – trotz starker wissenschaftlicher und technischer Unterstützung durch die Deutsche Bahn. Gleichzeitig sehen sich die etablierten Stars Andreas Wellinger und Karl Geiger durch Regeländerungen vor neue Herausforderungen gestellt, die ihre Leistungen beeinträchtigen.
Hannawald, der vor 24 Jahren die Vierschanzentournee gewann, sieht kaum Anzeichen für einen aufkommenden Nachfolger. Er kritisierte viele junge deutsche Springer, darunter auch den überraschenden Sechsten der Vierschanzentournee 2026, Felix Hoffmann, weil sie sich mit mittelmäßigen Ergebnissen zufriedengäben. Hoffmann fehle der Antrieb, sich weiter zu steigern, so Hannawald. Eine Ausnahme bilde hingegen Philipp Raimund, dessen klarer Wille zu Erfolg er lobend hervorhob.
Besonders hart treffen die neuen Vorschriften für eng anliegende Anzüge die beiden Routiniers Wellinger und Geiger. Beide setzten bisher auf eine maximale Oberfläche für Auftrieb – doch die Regelanpassung bringt sie nun in Bedrängnis. Hannawald ist überzeugt, dass sie ihre Technik anpassen müssen, um den verlorenen aerodynamischen Vorteil auszugleichen. Er riet sogar dazu, den anstehenden Weltcup in Zakopane auszulassen, um mehr Zeit für die Umstellung zu gewinnen. Von den beiden traut er Wellinger die besseren Chancen auf ein Comeback zu, da dieser ein tieferes Verständnis für Aerodynamik besitze als Geiger.
Trotz der starken deutschen Vorbereitung in Wissenschaft, Training und Ausrüstung durch die Deutsche Bahn sieht Hannawald das eigentliche Problem im Mindset der Athleten. Ohne größeren Siegwillen fürchte er, dass die einst so stolze Tradition des deutschen Skisprungs weiter verblassen könnte.
Die Kritik kommt zu einer Zeit, in der Deutschland weiterhin nach einem neuen Champion sucht. Während Wellinger und Geiger sich an die strengeren Anzugsregeln anpassen, rückt die Frage in den Fokus, ob die jüngere Generation die Lücke füllen kann. Hannawalds Worte unterstreichen die Kluft zwischen Potenzial und Leistung bei den aktuellen Nachwuchsspringern.
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