Südkorea setzt auf Einheitspatente: EPA und KPAA stärken Zusammenarbeit bis 2026
Lukas MüllerSüdkorea setzt auf Einheitspatente: EPA und KPAA stärken Zusammenarbeit bis 2026
Eine hochrangige Delegation der Korean Patent Attorneys Association (KPAA) hat kürzlich in München mit Vertretern des Europäischen Patentamts (EPA) zusammengesessen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das wachsende Interesse am Einheitspatent-System, insbesondere unter südkoreanischen Antragstellern. Wie die Daten zeigen, hat sich die Zahl ihrer Anträge auf einheitliche Wirkung innerhalb eines Jahres fast verdoppelt.
Die Veranstaltung wurde von KPAA-Präsident Dookyu Kim geleitet und von EPA-Vizepräsident Christoph Ernst ausgerichtet. Ernst eröffnete die Sitzung mit dem Hinweis, dass das Einheitspatent zunehmend auch über Europa hinaus an Attraktivität gewinne. Südkoreanische Antragsteller führen dabei die nicht-europäischen Märkte an: 2024 beantragten sie in 18,9 % der infrage kommenden Fälle die einheitliche Wirkung – fast doppelt so viele wie noch 2023.
Kim informierte über die neuesten Entwicklungen im geistigen Eigentum in Südkorea und gab Rückmeldungen zu den Dienstleistungen des EPA. Das EPA seinerseits stellte den Aktionsplan Qualität 2025 vor, der Verbesserungen bei der Recherche und Prüfung vorsieht. Die Leistungsdaten für 2024 zeigen, dass 85,1 % der Standard-Rechercheberichte fristgerecht erstellt wurden, während 81,9 % der Akten die Bearbeitungsziele erreichten.
Zudem präsentierte das EPA sein Observatorium für Patente und Technologie, das Innovationstrends in Bereichen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und Quantencomputing verfolgt. Beide Seiten vereinbarten, die Gespräche fortzusetzen und eine vertiefte Zusammenarbeit bis 2026 zu prüfen.
Das Treffen ist Teil der umfassenderen Dialoginitiative des EPA mit Nutzerverbänden in wichtigen Innovationsmärkten.
Die Gespräche bestätigten das steigende Engagement Südkoreas im Zusammenhang mit dem Einheitspatent-System. Die Daten des EPA sowie die Qualitätsverbesserungen standen im Fokus der Diskussionen. Eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit beider Organisationen wird bis 2026 erwartet.