Süddeutsche Länder fordern faire Windkraft-Chancen gegen Norddeutschlands Vorteile
Lukas MüllerSüddeutsche Länder fordern faire Windkraft-Chancen gegen Norddeutschlands Vorteile
Bayern und Baden-Württemberg drängen auf grundlegende Reformen der deutschen Windenergiepolitik. Die beiden Bundesländer fordern mehr ausgeschriebene Projekte sowie eine Kapazitätsreserve für die südlichen Regionen. Hintergrund ist die wachsende Unzufriedenheit über stockende Genehmigungsverfahren für Windräder – obwohl die Infrastruktur bereits bereitsteht.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Bundesregierung aufgefordert, den Bau von Windkraftanlagen in seinem Land stärker zu unterstützen. Er kritisiert, dass die aktuellen Regelungen die Expansion im Süden Deutschlands eher behindern als fördern. Allein in Bayern warten über 700 Windprojekte auf die Umsetzung, scheitern jedoch an fehlenden EEG-Vergträgen, da die Ausschreibungsmöglichkeiten begrenzt sind.
Gemeinsam mit Baden-Württemberg fordert Bayern nun eine Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Vorgeschlagen wird, 20 Prozent der Windenergiekapazität für Süddeutschland zu reservieren, wo die Windbedingungen weniger günstig sind als im Norden. Die Bundesnetzagentur in Bonn steht in der Kritik, weil sie bei der Vergabe von Verträgen die Belange dieser Regionen nicht ausreichend berücksichtige.
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche zeigt sich skeptisch gegenüber dem Vorstoß. Gleichzeitig arbeitet ihr Ministerium an einer Novelle des EEG. Das bestehende System begünstigt Norddeutschland bei den Ausschreibungen, da dort stärkere und beständigere Winde wehen.
Der Streit unterstreicht die regionalen Ungleichheiten beim Ausbau der Windenergie in Deutschland. Die südlichen Bundesländer pochen auf fairere Zugangschancen zu Ausschreibungen und Verträgen. Ohne Kurskorrektur drohen Hunderte bereits genehmigte Projekte in Bayern und Baden-Württemberg ungenutzt zu bleiben.
