30 March 2026, 22:15

Streaming überholt 2025 das klassische Fernsehen – RTL kauft Sky Deutschland für 527 Millionen Euro

Balkendiagramm, das die Anzahl der Social-Media-Plattformen in Schweden von 2016 bis 2017 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streaming überholt 2025 das klassische Fernsehen – RTL kauft Sky Deutschland für 527 Millionen Euro

Die deutsche Medienlandschaft im Umbruch: Streaming verdrängt 2025 das klassische Fernsehen

Die deutsche Medienbranche erlebt 2025 einen rasanten Wandel: Streamingdienste gewinnen zunehmend an Boden, während das klassische lineare Fernsehen an Bedeutung verliert. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung geht davon aus, dass Streaming in den kommenden Jahren das traditionelle TV ersetzen wird. Die großen Sender reagieren mit Übernahmen und neuen Strategien, um im Wettbewerb zu bestehen.

Hintergrund der Veränderungen ist der anhaltende Rückgang der Werbeeinnahmen im Fernsehen, während digitale Konzerne wie Alphabet, Amazon und Meta steigende Werbeerträge verzeichnen. Gleichzeitig geben Zuschauer mehr Geld für Abonnements aus – die durchschnittlichen monatlichen Kosten pro Haushalt liegen mittlerweile bei 30 Euro.

Ein zentraler Meilenstein war im Juni 2025 die Ankündigung der RTL Group, Sky Deutschland für zunächst 150 Millionen Euro zu übernehmen, mit möglichen Zusatzzahlungen von bis zu 377 Millionen Euro. Die Transaktion, die voraussichtlich Anfang 2026 abgeschlossen wird, bringt Skys Streamingdienst WOW sowie wichtige Sportrechte – darunter Bundesliga, Premier League und Formel 1 – unter das Dach von RTL. Damit will der Konzern seine Position gegen Netflix und Amazon Prime Video stärken, auch wenn die EU-Kommission vor der Genehmigung noch Zugeständnisse verlangen dürfte.

Weitere große Fusionen oder Partnerschaften im Streamingbereich gab es in Deutschland 2025 nicht. Stattdessen setzt ProSiebenSat.1 auf den Verkauf nicht kerngeschäftsrelevanter Beteiligungen wie dem Mietwagenportal billiger-mietwagen.de und dem Campinganbieter Camperdays, um die Mittel in Streaming- und TV-Aktivitäten zu reinvestieren.

Das klassische Fernsehen kämpft indes um seine Zuschauer. Im August 2025 fielen die monatlichen Marktanteile der großen Sender erstmals unter 50 Prozent. Besonders die junge Zielgruppe zwischen 14 und 29 Jahren schaltet seltener ein: Im Vergleich zu 2020 verbringen sie täglich fast 45 Minuten weniger vor dem linearen TV und kommen im Schnitt auf unter drei Stunden pro Tag. Auch Kabel- und Satellitenfernsehen verlieren an Bedeutung – nur noch 28 Prozent der Haushalte nutzen Kabel, 30 Prozent setzen auf Satellit.

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Der Streamingmarkt wächst dagegen weiter. Bis Jahresende werden voraussichtlich 23,2 Millionen bezahlte Abonnements gezählt. Beliebt sind vor allem Bündelangebote, die mehrere Dienste kombinieren – 41 Prozent der Deutschen nutzen sie bereits. Auch Broadcast Video on Demand (BVoD) expandiert, da immer mehr Inhalte exklusiv auf Streamingplattformen oder Mediatheken erscheinen.

Die Werbetrends spiegeln den Wandel wider: Die TV-Werbeeinnahmen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent, während digitale Plattformen wie Alphabet, Amazon und Meta im zweiten Quartal kräftige Zuwächse bei den Werbeumsätzen meldeten. Die Kluft zwischen klassischer und digitaler Werbung wird damit immer größer – eine Erholung des TV-Marktes ist nicht in Sicht.

Die deutsche Medienbranche steht mitten in einem tiefgreifenden Umbruch. Streaming-Abos nehmen zu, die Nutzung des linearen Fernsehens geht zurück, und Werbebudgets verlagern sich ins Netz. Mit der Übernahme von Sky Deutschland durch RTL setzt einer der größten Sender ein klares Zeichen für die Konsolidierung der Streamingkraft, während die Branche ihre Geschäftsmodelle an die veränderten Sehgewohnheiten anpasst. Bis zum Ende des Jahres 2025 wird das Kräfteverhältnis zwischen alten und neuen Medien weiter kippen – so stark wie nie zuvor.

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