Stichwahl in Erlangen: Stadt-Umland-Bahn wird zum Zankapfel zwischen Janik und Volleth
Anna KrauseCSU-Mann Volleth vor Amtsinhaber Janik in Erlangen - Stichwahl in Erlangen: Stadt-Umland-Bahn wird zum Zankapfel zwischen Janik und Volleth
In Erlangen steht eine Stichwahl um das Bürgermeisteramt an, nachdem im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte. Amtsinhaber Florian Janik (SPD) trifft dabei auf den CSU-Herausforderer Jörg Volleth. Im Mittelpunkt der Debatte steht das große Verkehrsprojekt der Stadt, die Stadt-Umland-Bahn.
Im ersten Wahlgang führte Volleth mit 35,7 Prozent der Stimmen, während Janik 29,0 Prozent erreichte. Damit kommt es zum direkten Duell zwischen den beiden Bewerbern, wobei die Stadt-Umland-Bahn zum zentralen Streitpunkt wird.
Das Vorhaben, eine Straßenbahnverbindung zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach zu schaffen, hatte in einem lokalen Bürgerentscheid breite Zustimmung erhalten. Doch der örtliche CSU-Verband stellt nun angesichts steigender Kosten die Machbarkeit infrage – eine Haltung, die im Kontrast zur Unterstützung der Landespartei steht. Janik begrüßt hingegen die finanziellen Zusagen von Adidas und der bayerischen Staatsregierung und betont die Bedeutung des Projekts für die regionale Entwicklung.
Adidas übernimmt einen Großteil der Umplanungs-, Investitions- und Betriebskosten für die Streckenanpassung in der Nähe seines Firmengeländes. Bayern hat zudem eine 90-prozentige Bundesförderung bestätigt. Die genauen Mehrkosten bleiben jedoch unklar, bis die detaillierte Planung abgeschlossen ist. Nürnberg hat sich bisher nicht öffentlich zum Budget des Projekts oder zu Alternativvorschlägen geäußert.
Volleths Wahlkampf deutet eine mögliche Überprüfung der Bahnpläne an, während Janik weiterhin die wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Vorteile für die Region hervorhebt.
Die Stichwahl wird entscheiden, ob Erlangen die Stadt-Umland-Bahn unter Janiks Führung vorantreibt oder das Projekt unter Volleth neu bewertet. Das Ergebnis wird sowohl die Verkehrsplanung der Stadt als auch ihre finanziellen Verpflichtungen in den kommenden Jahren prägen.