Modepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur der 1960er wurde
1966 brachte die DDR mit Steffi eine Modepuppe auf den Markt, die speziell für Jugendliche entworfen wurde. Als heimische Alternative zu westlichen Puppen wie Barbie oder Petra entwickelte sie sich schnell zu einem Symbol ihrer Zeit. Hergestellt wurde sie in Waltershausen, einer Stadt mit langer Tradition im Puppenbau.
Entworfen wurde Steffi von der Designerin Margot Schmied, die die Puppe nach ihrer eigenen Tochter benannte. Im Gegensatz zu Barbie wirkte Steffi erwachsener und damenhafter, mit einer kräftigeren Statur und einer hohen Stirn. Ihr Aussehen spiegelte die konservativen Modetrends der 1960er-Jahre wider.
Die Produktion erfolgte im VEB Puppenfabrik Biggi, einem staatlichen Betrieb, in dem Frauen an Fließbändern arbeiteten. Mit einem Preis von 16 Mark galt Steffi als teuer – sie kostete mehr als ein Paar Hausschuhe. Dennoch wurde sie sowohl im Inland als auch im Ausland beliebt.
Ein besonderes Merkmal war ihre frühe Vielfalt: Steffi wurde in verschiedenen Hauttönen hergestellt, Jahre bevor Mattel 1980 die erste schwarze Barbie auf den Markt brachte. Zudem diente sie als diplomatisches Werkzeug und wurde oft an ausländische Würdenträger verschenkt, um für die DDR Devisen zu erwirtschaften.
Nach ihrem Verschwinden aus den Regalen lebte Steffi in Sammlungen und Museen weiter. Heute erzielen Vintage-Modelle je nach Zustand und Originalkleidung Preise zwischen 20 und 200 Euro.
Steffi bleibt ein nostalgisches Stück DDR-Geschichte. Ihre realistischen Proportionen und vielfältigen Designs hoben sie von westlichen Konkurrentinnen ab. Sammler und Museen bewahren ihr Erbe und halten so die Erinnerung an diese ikonische Puppe wach.