SPD plant Rentenreform mit Kapitaldeckung und Start-up-Förderung durch Steueranreize
Anton HofmannSPD plant Rentenreform mit Kapitaldeckung und Start-up-Förderung durch Steueranreize
Drei Abgeordnete der SPD haben einen Plan vorgelegt, um das deutsche Rentensystem durch die Einführung einer kapitalgedeckten Komponente zu reformieren. Ihr Vorschlag zielt zudem darauf ab, die Finanzierung von Start-ups durch Steueranreize und gelockerte Investitionsregeln zu stärken. Der Vorstoß folgt jüngsten Änderungen bei der privaten Altersvorsorge und kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die SPD weitere Reformen vorbereitet.
Die Parlamentarier wollen einen "Bundes-Rentenfonds" einführen, der bis zu fünf Prozent seiner Mittel in Start-ups oder Unternehmen investieren könnte, die sich auf einen Börsengang vorbereiten. Anfangs soll dieser Fonds ein freiwilliges Angebot für betriebliche und private Altersvorsorgeprodukte sein. Langfristig könnte er jedoch einen Teil der gesetzlichen Rente mitfinanzieren.
Ihr Plan sieht zudem die schrittweise Einführung einer kapitalgedeckten Rente innerhalb des bestehenden staatlichen Rentensystems vor. Um Start-ups zusätzlich zu fördern, schlagen die Abgeordneten steuerliche Forschungs- und Entwicklungsförderungen vor – eine Idee, die bereits SPD-Chef Lars Klingbeil zuvor ins Spiel gebracht hatte.
Das staatlich unterstützte Investitionsprogramm "WIN-Initiative" soll sein Finanzierungsziel mehr als verdoppeln: von derzeit 12 Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro bis 2030. Regulatorische Hürden würden abgebaut, sodass Versicherungen und Pensionsfonds leichter in Start-ups investieren könnten. Auch Privatpersonen erhielten über neue Tranchen in Dachfonds besseren Zugang zu Wachstumsunternehmen.
Die Vorschläge kommen kurz nach der jüngsten Verabschiedung von Reformen der privaten Altersvorsorge durch den Bundestag und noch vor der Finalisierung des umfassenderen Reformprogramms der SPD. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sie die Anlageoptionen für Rentenmittel erweitern und gleichzeitig mehr Kapital in Richtung Start-ups lenken. Die schrittweise Einbindung des Fonds in die gesetzliche Rente könnte zudem die langfristige Finanzierung der Alterssicherung neu gestalten. Die SPD wird den Vorschlag voraussichtlich im Rahmen ihrer anstehenden Reformen prüfen.






