Schaeffler schockt mit Gewinnwarnung: Warum die Zuliefererbranche jetzt zittert
Lukas MüllerSchaeffler schockt mit Gewinnwarnung: Warum die Zuliefererbranche jetzt zittert
Schaeffler senkt Gewinnprognose für 2017 – Branche in Aufruhr
Der Automobilzulieferer Schaeffler hat eine Gewinnwarnung für das Jahr 2017 herausgegeben und dabei steigende Kostenbelastungen sowie hohe Investitionen in neue Technologien als Gründe genannt. Das Unternehmen rechnet nun mit einer vorsteuerlichen Gewinnmarge von 11 bis 12 Prozent – und damit deutlich unter dem ursprünglichen Ziel von 13 Prozent. Die Ankündigung hat die gesamte Zuliefererbranche erschüttert.
Die Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Schaeffler unter wachsendem Druck von Automobilherstellern wie Volkswagen steht. Die Sparmaßnahmen des Konzerns und die finanziellen Altlasten aus dem Abgasskandal setzen die Zulieferer zunehmend unter Druck. Wie Konzernchef Klaus Rosenfeld betonte, ließen sich die Preisdruck der Hersteller allein durch weitere Kostensenkungen nicht ausgleichen.
Im Jahr 2016 erzielte die Automotivesparte von Schaeffler einen Umsatz von 10,33 Milliarden Euro, wobei 42,1 Prozent auf Getriebesysteme und 25,6 Prozent auf Motorkomponenten entfielen. Beide Bereiche stehen nun vor tiefgreifenden Veränderungen, da die Branche auf Elektrofahrzeuge umsteigt. Noch finanziert das Unternehmen seine Wende zur E-Mobilität weitgehend aus den Gewinnen mit Verbrennungsmotoren.
Doch nicht nur Schaeffler kämpft mit diesen Herausforderungen: Auch andere große Zulieferer wie Continental und Hella räumen hohe Kostendruck ein, bestreiten jedoch, dass dieser überproportional gestiegen sei. Die gesamte Branche leidet unter den rasanten Umbrüchen hin zu Elektro- und autonomem Fahren.
Die nach unten korrigierte Gewinnprognose von Schaeffler unterstreicht die finanziellen Belastungen durch den technologischen Wandel. Die heftige Markt Reaktion zeigt, wie stark die Zulieferer betroffen sind. Die gesamte Branche steht nun vor der Aufgabe, steigende Kosten und sich wandelnde Anforderungen zu bewältigen.
