25 June 2026, 04:11

RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer gewinnt den Machtkampf?

Protest auf dem Ku'damm für den Erhalt der RAW-Gelände

RAW-Gelände in Berlin: Kultur gegen Wohnungsbau – wer gewinnt den Machtkampf?

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden Kulturzentrums, steht auf dem Spiel. Ein Streit zwischen dem privaten Eigentümer, der Kurth Group, und den lokalen Behörden gefährdet die Clubs und kulturellen Räume des Areals. Bereits jetzt gibt es Proteste – Demonstranten versammeln sich unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“.

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Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Reichsbahn-Ausbesserungswerk genutzt, wurde es nach dem Fall der Berliner Mauer aufgegeben. Heute beherbergt es Konzerthallen, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lager mit restaurierten Möbeln, im Winter einen Weihnachtsmarkt und im Sommer einen Flohmarkt.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und wie die historischen Hallen erhalten bleiben können, in denen sich Clubs und Kulturprojekte befinden. Die Kurth Group beantragte im Januar ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren, doch die Senatsverwaltung und der Bezirk lehnten dies Mitte Mai ab. Daraufhin erklärte das Unternehmen, die Verhandlungen mit den Behörden über Bebauungspläne und Entwicklung seien gescheitert.

Die Spannungen haben sich zugespitzt. Die Kurth Group wirft Berlin vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben. Die Stadt wiederum bezichtigt das Unternehmen, die Clubs und die vielfältige soziokulturelle Szene des Geländes zu gefährden. Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, drohen nun die Räumung – teilweise bereits ab nächster Woche.

Bereits Dutzende Menschen haben auf dem Kurfürstendamm protestiert. Mit Livemusik und Reden machten die Demonstranten ihrer Sorge um die Zukunft des Geländes Luft. Der Streit ist noch nicht beigelegt. Die Kulturstätten und historischen Hallen des RAW-Geländes stehen vor der Schließung oder sogar dem Abriss. Die Entscheidung wird zeigen, ob Berlin einen seiner lebendigsten Kulturorte behält – oder ob er neuen Wohnbauten weichen muss.

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