Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Warum Unternehmen jetzt handeln müssen
Anna KrausePsychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Warum Unternehmen jetzt handeln müssen
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist für Unternehmen zu einem drängenden Thema geworden. Zwischen 2014 und 2024 stiegen krankheitsbedingte Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen um 47 Prozent – mittlerweile steht jede siebte Abwesenheit im Zusammenhang mit der mentalen Gesundheit. Stefan Ruzas, leitender Redakteur für Wirtschaft und Mobilität bei Hubert Burda Media, betont, wie entscheidend es ist, wie Unternehmen über diese wachsende Herausforderung kommunizieren.
Die Mental Health Awards, die am 18. September in München mit einem Gipfeltreffen stattfinden, zeichnen herausragende Projekte, Engagement und Präventionsmaßnahmen in diesem Bereich aus. Fachleute sind sich einig: Eine authentische und verantwortungsvolle Kommunikation ist der Schlüssel, um psychische Gesundheit in Unternehmen wirksam anzugehen. Ruzas unterstreicht, dass interne Maßnahmen zur psychischen Gesundheit Vorrang vor externer Kommunikation haben müssen. Ohne echte Taten wirken öffentliche Bekundungen schnell unglaubwürdig. Unternehmen, die das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter aktiv fördern, profitieren von höherer Motivation, Produktivität und Mitarbeiterbindung.
Etwa ein Drittel der depressiven Symptome bei Beschäftigten lässt sich auf berufliche Faktoren zurückführen. Damit wird psychische Gesundheit zu einem zentralen Element der Arbeitgebermarke und der gesamten Markenentwicklung. Focus-Business warnt davor, dass Marketingkommunikation zu diesem Thema auf Fakten basieren, Übertreibungen vermeiden und die Bedürfnisse der Zielgruppe respektieren muss.
Zu den Grundprinzipien einer wirksamen Kommunikation zählen Authentizität, Sensibilität, Transparenz und Inklusion. Rückmeldungen von Mitarbeitern helfen, Botschaften relevant und glaubwürdig zu gestalten. Gleichzeitig sollten Unternehmen stigmatisierende Sprache, oberflächliche Ansätze, Datenschutzverstöße und allzu selbstbewerbende Inhalte vermeiden – allesamt Faktoren, die das Vertrauen untergraben.
Die Mental Health Awards werden auf dem anstehenden Gipfel Best-Practice-Beispiele vorstellen. Das Event soll Unternehmen dazu anregen, nachhaltige Strategien zu entwickeln – statt psychische Gesundheit als bloßen Marketingtrend zu behandeln.Firmen, die mentale Gesundheit priorisieren, schaffen nicht nur gesündere Arbeitsumfelder, sondern stärken auch ihren Ruf. Die bevorstehenden Awards und das Gipfeltreffen bieten eine Plattform, um erfolgreiche Ansätze auszutauschen. Angesichts steigender psychisch bedingter Fehlzeiten sind verantwortungsvolle Kommunikation und Handeln heute wichtiger denn je.






