Collien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt: "Jede Frau kann Opfer werden"
Anna KrauseCollien Fernandes kämpft gegen digitale Gewalt: "Jede Frau kann Opfer werden"
Die Schauspielerin Collien Fernandes hat sich zum Anstieg digitaler Gewalt gegen Frauen geäußert. Ohne ihre Zustimmung verbreiten sich gefälschte Profile mit ihrem Namen, ihren Bildern und Deepfake-Inhalten im Netz. Nun fordert sie dringende Gesetzesreformen, um das wachsende Problem zu bekämpfen.
Ihre Schilderungen, die sie im Spiegel veröffentlichte, lösten eine Welle der Solidarität aus – Zehntausende fordern besseren Schutz für Betroffene. Fernandes berichtete, dass unter ihrem Namen gefälschte Konten mit gestohlenen Fotos, Videos und erfundenen erotischen Geschichten erstellt wurden. Sie betonte, dass solche Angriffe nicht nur Prominente treffen – jede Frau könne zum Ziel werden. Viele Opfer erhielten kaum Hilfe, da Gesetze unklar seien und Ermittlungen nur schleppend vorankämen.
Die Journalistin Caren Miosga unterstützte diese Kritik und bezeichnete das Problem als systemisch. Anzeigen wegen digitaler Gewalt würden oft ignoriert, Verfahren zögen sich hin, und Verantwortlichkeiten blieben unklar. Justizministerin Stefanie Hubig schloss sich den Forderungen nach Veränderung an und räumte ein, dass die aktuellen Abläufe Frauen nicht ausreichend schützten.
Fernandes verwies auf Spanien als Vorbild im Kampf gegen digitale Gewalt. Sie forderte Deutschland auf, ähnliche Maßnahmen einzuführen: längere Meldefristen, verpflichtende Schulungen für Polizei und Richter sowie Präventionsprogramme an Schulen. Ohne klare rechtliche Rahmenbedingungen und sichtbare Solidarität, warnte sie, würden Opfer weiter im Stillen leiden.
Die Reaktion auf ihre Geschichte war überwältigend. Tausende teilten eigene Erfahrungen und drängten auf politisches Handeln und mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Fernandes besteht darauf, dass rechtliche Lücken konkrete Konsequenzen nach sich ziehen müssen – und dass Reformen nicht länger warten dürfen. Der Fall setzt die deutschen Behörden unter Druck. Die Forderungen nach Schulungen, schärferen Strafen und vereinfachten Meldeverfahren werden lauter. Ohne Reformen, warnen Expert:innen, werde sich digitale Gewalt weiter ausbreiten – und den Opfern blieben kaum Möglichkeiten, Gerechtigkeit zu erlangen.






