25 March 2026, 12:16

Platonisches Küssen: Warum Promis mit Freundesküssen Grenzen verschwimmen lassen

Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer Bank, umarmen und küssen sich zärtlich mit Text unten.

Platonisches Küssen: Warum Promis mit Freundesküssen Grenzen verschwimmen lassen

Ein einfacher Kuss unter Freunden ist längst keine harmlose Geste mehr. Aktuelle öffentliche Zuneigungsbekundungen von Prominenten haben den wachsenden Trend des platonischen Küssens in den Fokus gerückt – eine Handlung, die auf Verbundenheit und emotionale Nähe basiert. Experten zufolge spiegle dieses Verhalten urtümliche Instinkte wider und zeige einen größeren kulturellen Wandel in der Art und Weise, wie Zuneigung ausgedrückt wird.

Scarlett Johansson und Jonathan Bailey sorgten für Schlagzeilen, nachdem sie sich bei der Premiere von Jurassic World: Rebirth auf dem roten Teppich küssten. Bailey verteidigte die Situation später mit den Worten: "Ich glaube daran, Liebe auf alle möglichen Arten zeigen zu können." Der als nicht-sexuell beschriebene Kuss erfülle eine fürsorgliche Funktion, ähnlich wie Tiere ihre Jungen füttern oder trösten.

Der Trend beschränkt sich nicht auf gemischtgeschlechtliche Paare. Cat Deeley und Charlie Brear tauschten einen "Freundinnen-Kuss" aus – eine spielerische Geste, die an einen "Guppy-Kuss" erinnert, einen Begriff für die unschuldigen Küsschen, die Kinder sich oft geben. Auch Prominente wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna haben Freunde öffentlich geküsst und damit die Idee platonischer Zuneigung unterstrichen.

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Die Kommunikationsberaterin Judi James bringt diese Gesten mit urtümlichen Bindungsritualen in Verbindung. Sie erklärt, dass solche Küsse soziale Bindungen stärken und Gefühle von Sicherheit und Liebe wecken. Selbst romantische Paare tauschen gelegentlich nicht-romantische Küsse aus, um Zuneigung ohne sexuelle Absicht zu zeigen.

In den letzten Jahrzehnten sind westliche Gesellschaften offener für platonisches Küssen geworden, besonders unter jüngeren Generationen und in städtischen Räumen. Beeinflusst von mediterranen Gepflogenheiten und einer zunehmenden sozialen Liberalisierung seit den 1980er- und 2000er-Jahren sind Wangenküsse zur Begrüßung in Ländern wie Frankreich und Italien längst üblich. Die Praxis breitet sich auch in Großbritannien und den USA aus, bleibt aber unter Frauen häufiger und variiert je nach Region.

Johanssons Ehemann, Colin Jost, soll mit ihrem Kuss mit Bailey kein Problem haben – angesichts der offen gelebten Homosexualität des Schauspielers. Dies unterstreicht einmal mehr, wie Kontext und Absicht die Wahrnehmung solcher Gesten prägen.

Der Aufstieg des platonischen Küssens spiegelt tiefgreifendere Veränderungen wider, wie Menschen Verbindung ausdrücken. Noch vor kurzem als ungewöhnlich angesehen, gelten solche Zuneigungsbekundungen heute als natürliche Erweiterung von Freundschaft und emotionaler Unterstützung. Während sich kulturelle Normen weiterentwickeln, könnten solche Gesten im Alltag noch selbstverständlicher werden.

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