17 March 2026, 10:13

Oberasbachs Finanzkrise: Zwei Politiker mit gegensätzlichen Rettungsplänen

Schwarze und weiße Stadtkarte mit einem Fluss, beschriftet mit "Vorgeschlagenes Stadtbahnprojekt" auf der linken Seite, zeigt Straßen, Autobahnen und Stadtmerkmale.

Oberasbachs Finanzkrise: Zwei Politiker mit gegensätzlichen Rettungsplänen

Oberasbach steckt in einer tiefen Finanzkrise nach Jahren wachsender Schulden und sinkender Einnahmen. Der Haushalt der Stadt brach zusammen – verursacht durch den industriellen Niedergang, steigende Kosten und gescheiterte Förderanträge. Nun haben zwei lokale Politiker gegensätzliche Strategien vorgeschlagen, um die Finanzen zu stabilisieren und das Wachstum wiederzubeleben.

In den vergangenen fünf Jahren verschärfte sich die finanzielle Lage Oberasbachs dramatisch. Ein ausgeglichener Haushalt im Jahr 2021 schlug bis 2025 in ein schweres Defizit um, während die Schulden um etwa 20 Prozent stiegen. Die Krise vertiefte sich, als 2024 ein großes Werk schloss und damit 5 Millionen Euro an Gewerbesteuern wegbrachen. Hinzu kamen die gestiegenen Energiekosten infolge des Ukraine-Kriegs sowie abgelehnte Landesförderanträge, die die Belastung weiter erhöhten.

Thomas Diebenbusch von den Grünen/Freien Wählern setzt auf strenge Haushaltsdisziplin. Er unterstützt einen Konsolidierungsplan, um die Grundversorgung und Pflichtaufgaben der Stadt wiederherzustellen. Seine Prioritäten liegen im Ausbau von Ganztagsschulen, der Sanierung der technischen Infrastruktur und der Verbesserung der Verkehrssicherheit. Allerdings lehnt er den Verkauf aller städtischen Grundstücke an die kommunale Wohnungsgenossenschaft ab – dies würde die Einnahmen nur verzögern und die aktuelle Liquiditätskrise verschärfen, argumentiert er. Stattdessen betont er professionelles Projektmanagement, um Kostenexplosionen bei Bauvorhaben zu vermeiden.

Marco Haas von der CSU schlägt dagegen eine umfassende Neuordnung der Stadtfinanzen vor. Er will die Ausgaben umstrukturieren, klare Schwerpunkte setzen und gezielt investieren – vor allem in Tiefbau und Infrastruktur. Zu seinen Plänen gehört eine digitale Einkaufsplattform, um lokale Unternehmen zu stärken und neue Betriebe anzulocken. Haas strebt zudem an, städtische Flächen über die kommunale Wohnungsbaugesellschaft kontrolliert zu entwickeln, um sowohl Wachstum zu steuern als auch Einnahmen zu generieren. Um langfristig Kosten zu sparen, setzt er auf interkommunale Zusammenarbeit und die Digitalisierung der Verwaltung.

Beide Politiker sind sich einig, dass der Ausbau der Ganztagsbetreuung und die Pflege öffentlicher Räume Priorität haben. Doch ihre Ansätze könnten unterschiedlicher nicht sein: Diebenbusch konzentriert sich auf sofortige Sparmaßnahmen und gezielte Investitionen in Schulen und Infrastruktur, während Haas auf langfristige Strukturreformen drängt, um Oberasbach zu einer Stadt für alle Generationen zu machen.

Die Haushaltskrise 2026 zwingt Oberasbach zu schwierigen Entscheidungen. Diebenbuschs Plan setzt auf strikte Kostenkontrolle und ausgewählte Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Haas hingegen strebt grundlegende Veränderungen an, um Unternehmen anzulocken, Dienstleistungen zu digitalisieren und die Flächenentwicklung zu steuern.

Nun muss der Stadtrat diese Vorschläge abwägen – vor dem Hintergrund weiter steigender Schulden und schwindender Ressourcen.

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