Oberasbach erhöht Grundsteuer B drastisch auf 690 Punkte – warum die Stadt keine Wahl hatte
Anton HofmannOberasbach erhöht Grundsteuer B drastisch auf 690 Punkte – warum die Stadt keine Wahl hatte
Der Stadtrat von Oberasbach hat eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer B auf 690 Punkte beschlossen. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Plans, um die Haushaltslage der Stadt zu konsolidieren und Verzögerungen bei wichtigen Bauprojekten zu vermeiden. Der Beschluss ging monatelangen Debatten voraus, die bereits im Dezember 2025 begonnen hatten.
Der endgültige Haushalt für 2026 wurde Ende Februar verabschiedet, doch eine kurzfristige Kürzung Mitte März führte dazu, dass die geplante Sanierung der Jahnhalle-Turnhalle gestrichen werden musste. Beamte warnten, dass weitere Verschiebungen dringende Vorhaben gefährdet hätten – darunter den Ausbau der Pestalozzi-Schule. Da Oberasbach keine Anspruch auf Landeshilfen hat, blieb der Stadt keine andere Wahl, als Steuern zu erhöhen und Rücklagen anzugreifen.
Die Steuererhöhung betrifft alle bebauten und bebaubaren Grundstücke, während landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Flächen ausgenommen bleiben. Der Schritt wurde notwendig, nachdem die Stadt ihren Haushalt nicht mehr aus eigener Kraft ausgleichen konnte und gezwungen war, sich aus finanziellen Rücklagen zu bedienen sowie Millionen an Investitionskrediten aufzunehmen. Strenge Auflagen des Landkreises erforderten zudem schnelles Handeln, um eine Insolvenz abzuwenden.
Oberasbachs Entscheidung folgt damit dem Vorbild anderer bayerischer Kommunen, die mit ähnlichen finanziellen Herausforderungen kämpfen. Städte wie Fürth und Erlangen hatten ihre Grundsteuer-B-Sätze zwischen 2023 und 2025 bereits um 20 bis 30 Prozent angehoben, wie aus Berichten des Bayerischen Städtetags hervorgeht. Treibende Faktoren waren demografische Veränderungen und steigende Infrastrukturkosten.
Der neue Steuersatz von 690 Punkten tritt sofort in Kraft und betrifft alle Grundstückseigentümer in Oberasbach. Ziel der Maßnahme ist es, die Finanzierung laufender Projekte zu sichern und gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen an die Solvenz zu erfüllen. Ohne die Erhöhung hätten zentrale Vorhaben ins Stocken geraten und die finanzielle Stabilität der Stadt weiter auf dem Spiel gestanden.






