Oberallgäus Landrätin verlässt Freie Wähler nach jahrelangen Konflikten
Anton HofmannStadträtin im Oberallgäu tritt nach Mandatsrückzug aus Partei aus - Oberallgäus Landrätin verlässt Freie Wähler nach jahrelangen Konflikten
Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu, hat die Freien Wähler verlassen. Ihr Austritt erfolgt, nachdem sie im vergangenen Jahr angekündigt hatte, nicht erneut für das Amt kandidieren zu wollen. Die Entscheidung folgt anhaltenden Spannungen über ihre politische Ausrichtung und die jüngsten Wahlergebnisse.
Baier-Müller hatte 2020 überraschend die Wahl zur Landrätin gewonnen und dabei den CSU-Kandidaten Alfons Hörmann geschlagen. Ihre Amtszeit war jedoch von wiederholten Kontroversen geprägt. Es gab Konflikte mit Umweltschutzgruppen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Skandal um das Rappenalptal, sowie wegen ihrer Vorschläge zu bewaffneten Maßnahmen gegen Bären und zur Biberbejagung.
Im vergangenen Jahr bestätigte sie, nach einer Amtszeit zurückzutreten, und begründete dies mit Differenzen zur strategischen Ausrichtung der Partei. Bei der jüngsten ersten Runde der Landratswahl führte der Kandidat der Freien Wähler, Christian Wilhelm, mit 40,8 % vor Thomas Eigstler von der CSU, der 33,3 % erreichte. In zwei Wochen steht eine Stichwahl an.
Mit ihrem Parteiaustritt besiegelt Baier-Müller nun offiziell ihren Bruch mit der Führung der Freien Wähler. Ihre Entscheidung folgt Monaten der Spekulationen über ihre politische Zukunft und die sich wandelnden Prioritäten der Partei.
Die anstehende Stichwahl wird nun über den nächsten Oberallgäuer Landrat entscheiden. Baier-Müllers Rückzug hinterlässt bei den Freien Wählern eine Lücke, da sie ihre bekannteste lokale Persönlichkeit verlieren. Die Partei muss sich nun neu formieren, bevor die endgültige Abstimmung stattfindet.